Jubiläumsartikel 2026: Die Herz-Jesu-Thronerhebung als besonderes Mittel unserer Tage

Jubiläumsartikel 2026

Die Herz-Jesu-Thronerhebung als besonderes Mittel unserer Tage

Einführung und Sinn der Herz-Jesu-Thronerhebung

Autor: Pater Michael Mutter ist ein katholischer Priester, der im Zuge seines Werdeganges und seiner Studien der Philosophie und Theologie tiefer in die Erkenntnisse über die heilige Kirche eindringen durfte. Die Gnade Gottes öffnete ihm die Augen für die Wahrheit, sodaß er noch während seiner Studien die wahre katholische Kirche erkennen durfte. Seit seiner Priesterweihe 2020 widmet er sich schwerpunktmäßig in Deutschland dem Dienst an den Seelen durch Spendung der Sakramente und Unterweisung in der unverfälschten katholischen Lehre.

Liebe Gläubige,

sicherlich strahlt uns in allen Geheimnissen des Lebens und Leidens Christi seine übergroße Liebe zu uns Sündern entgegen, dennoch wollte unser göttlicher Heiland durch ein eigenes Fest seines heiligsten Herzens einen besonderen Akzent und eigene Beachtung diesem Geheimnis seiner Liebe – ausgedrückt im Herzen, dem Sitz der Liebe – schenken.

Die eigene Verehrung seines heiligsten Herzens ist eine relativ junge Andachtsform in der heiligen Kirche, dennoch von Christus selbst gewünscht und von den Päpsten vielfach gutgeheißen. Auch wenn im Mittelalter einzelne Heilige eine besondere persönliche Verehrung dem heiligsten Herzen Jesu erwiesen, so war diese Andachtsform dennoch noch nicht allgemein bekannt. Den eigentlichen Anstoß zur öffentlichen und allgemeinen Herz-Jesu-Verehrung gaben die Erscheinungen Jesu Christi an Sr. Margareta Maria Alacoque im 17. Jahrhundert in Paray-le-Monial (Frankreich).

Neben diesem Beginn eines Herz-Jesu-Zeitalters, wie manche die folgende Zeit vereinfacht zusammenfassen, ist es besonders ein Priester aus Peru gewesen, der der praktischen Umsetzung dieser Frömmigkeitsübung großen Vorschub leistete. Jedes Werk wird durch die Betrachtung seines Gründers verständlicher sowie Motivation und Zielrichtung ersichtlich. So wollen wir zunächst einiges über diesen Priester aus Südamerika erwähnen und bedienen uns hierfür einer Lebensbeschreibung aus einem Heft über die Herz-Jesu-Thronerhebung.

Pater Mateo Crawley-Boevey SSCC

Am 24. August 1907 kniete vor dem Altar der Erscheinungskapelle in Paray-le-Monial ein peruanischer Priester und betete. Sein Name war P. Mateo Crawley-Boevey SSCC. Er war von seinen Oberen auf eine Erholungsreise nach Europa geschickt worden, weil er schwer erkrankt war und die Ärzte ihm nicht mehr weiterhelfen konnten. Hier in Paray-le-Monial wurde er plötzlich von einer doppelten Erschütterung getroffen: Es wurde ihm auf einen Schlag die Gesundheit wiedergeschenkt, gleichzeitig wurde er, wie er selber später schrieb, von einem „sehr heftigen und unendlich sanften Strahl der Gnade getroffen“, der ihn über den Plan Gottes mit ihm erleuchtete: „In Anbetung und Danksagung versunken, begriff ich, was der Herr von mir wollte. An diesem Abend faßte ich den Entschluß, die Welt, Haus um Haus, Familie um Familie dem Herzen Jesu zurückzugewinnen.“

Wer war P. Mateo? P. Mateo wurde am 18. November 1875 in Arequipa, Peru, geboren und auf den Namen Eduard getauft. Mit fünfzehn Jahren trat er der „Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä“ bei. Am 11. September 1892 legte er in Valparaiso seine Profeß ab, am 17. Dezember 1898 wurde er in Santiago de Chile zum Priester geweiht. Sein erstes Betätigungsfeld als Priester war ein Sozialzentrum in Valparaiso, dessem Ausbau er sich mit allen Kräften widmete. Als am 16. August 1906 ein schweres Erdbeben Chile heimsuchte, verausgabte sich P. Mateo in der Linderung der entstandenen Not so sehr, daß es zu dem schweren körperlichen Zusammenbruch kam, der die schon erwähnte Erholungsreise notwendig machte.

Der Ort, an dem P. Mateo seine Sendung empfing, war nicht von ungefähr Paray-le-Monial. Hier hatte über 200 Jahre zuvor die hl. Margareta Maria Alacoque (1647-1690) die vier großen Herz-Jesu-Visionen empfangen, die den Siegeszug der Herz-Jesu-Verehrung in der Kirche auslösten. Um den kirchlichen Segen für sein geplantes Werk zu empfangen, wandte sich P. Mateo mit Erlaubnis seiner Oberen nach Rom, wo er vom hl. Papst Pius X. in Privataudienz empfangen wurde. Die päpstliche Bestätigung und Ermunterung war über alles Erwarten eindeutig und herzlich: „Ich erlaube Ihnen nicht nur, ich befehle Ihnen, Ihr Leben diesem Werk zu weihen. Es ist ein wundervolles Werk.“

1908 kehrt P. Mateo nach Chile zurück. Er gibt eine Broschüre „Feierliche Weihe“ heraus, um sein Werk bekanntzumachen. Bei einzelnen Familien beginnt er, die Herz-Jesu-Thronerhebung vorzunehmen. Unterstützung von Seiten der Bischöfe hat er zunächst keine. P. Mateo gründet ein bescheidenes Sekretariat, um Broschüren und Flugblätter zu drucken und zu verbreiten. Seine ersten Mitarbeiter sind zwei Mädchen im Alter von acht bis zehn Jahren, die Hunderte von Briefen in alle Welt verschicken, um das Werk bekanntzumachen. Ein Adressat ist z.B. der Bischof von Tokio. Er ist begeistert. In der Meinung, es mit einer hohen Dame zu tun zu haben, antwortet er: „Frau Gräfin! Wie gut ist das Werk, von dem Sie mir berichten. Im Namen aller meiner Missionare und aller meiner Christen danke ich Euer Exzellenz, mich darauf aufmerksam gemacht zu haben. Wir haben bereits die Inthronisation begonnen und ich hoffe, daß sie bald in allen unseren christlichen Familien geschehen wird.“

Die Oberen geben P. Mateo die Erlaubnis, die monatlich erscheinende Ordenszeitschrift in den Dienst seines Werkes zu stellen. Außerdem macht P. Mateo auf ausgedehnten Predigtreisen sein Werk bekannt. Der Erfolg ist unglaublich: nach drei Jahren kann P. Mateo bereits auf 120000 Herz-Jesu-Thronerhebungen zurückblicken. Ihre Früchte: plötzliche Bekehrungen, Rückkehr von Friede und Eintracht in die Familien, Erwachen von Priester- und Ordensberufungen. Nun sind auch die Bischöfe begeistert und fördern die Herz-Jesu-Thronerhebung. Ein Bischof schreibt P. Mateo über seine Erfahrungen mit ihr: „Hochwürdiger Pater, was ich gesehen habe, ist nicht nur die Wiedererweckung eines Toten, sondern die eines ganzen Friedhofs.“

Das Apostolat weitet sich aus: zunächst über Südamerika, dann Nordamerika. 1914 folgt der Sprung nach Europa. Während sich P. Mateo auf hoher See befindet, bricht der erste Weltkrieg aus. Die Schicksalsschläge, die der Krieg mit sich bringt, öffnen nur um so mehr die Herzen der Menschen der trostvollen Botschaft, die ihnen P. Mateo über die Liebe des Erlösers zu verkünden hat. Doch ein anderes Ereignis kommt dazwischen: Am 20. August stirbt Pius X. Sein Nachfolger besteigt am 3. September als Benedikt XV. den päpstlichen Thron. P. Mateos erste Sorge ist es, auch vom neuen Papst den kirchlichen Segen zu empfangen. Am 6. April 1915 erhält er eine Privataudienz, in welcher er dem Papst ausführlich sein Werk vorstellt. Der Papst antwortet mit einem eigenhändig verfaßten Antwortschreiben an P. Mateo, das zur Magna Charta der Herz-Jesu-Thronerhebung geworden ist (ungekürzt wiedergegeben im Anhang dieser Broschüre). Der Papst stellt den Wert der Herz-Jesu-Thronerhebung als Heilmittel für die Übel der Zeit heraus und fordert ganz entschieden seine Fortsetzung: „Setzen Sie Ihre Bemühungen und Ihr Apostolat fort, damit in den katholischen Familien die Flamme der Liebe zum heiligsten Herzen Jesu geweckt wird! Nichts ist zweckmäßiger für unsere Zeit als Ihr Unternehmen.“

Von 1914 bis 1925 wirkt P. Mateo in Spanien, Frankreich, Holland, Schweiz, Italien, Belgien, England. Er predigt bis zu acht Mal täglich. 1922 besteigt Pius XI. den päpstlichen Thron. Auch er fördert nach Kräften das Werk P. Mateos und schreibt diesem zu seinem silbernen Priesterjubiläum im Dezember 1923: „… Heute, wo sich alle Dinge in Umwälzung befinden, ist es notwendiger denn je, daß durch die dem Herzen Jesu geweihten Familien Jesus Christus, der König des Friedens, über der menschlichen Gesellschaft herrscht, denn Er allein ist auch für unsere Zeit der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

P. Mateo hält immer mehr Einkehrtage und Exerzitien, in denen er Mitarbeiter für das Apostolat der Herz-Jesu-Thronerhebung heranbildet. In Italien etwa gibt er innerhalb von knapp zwei Jahren 35 Exerzitienkurse für Priester und fünf für die Leiterinnen der katholischen Jugend. Dazu kommen Hilfsligen, die er in den Jahren zwischen 1928 und 1934 gründet: die „Liga der täglichen hl. Messe“, die „Liga der täglichen Kommunion“, die „Liga des Apostolats der religiösen Gemeinschaften für das Reich des göttlichen Herzens in den Familien und in der Gesellschaft“ und die „Kinderliga“. Diese Hilfsligen sollen das Apostolat durch Gebet und Opfer unterstützen.

1935 folgt – in direktem Auftrag von Papst Pius XI. – der Sprung nach Asien: Japan, China, Indien, die Südseeinseln. 1944 bis 1946 durchreist er Kanada. 1948 schreibt Pius XII. an P. Mateo einen Brief, in dem die Herz-Jesu-Thronerhebung wiederum aufs wärmste empfohlen wird. Die Zahl der Familien, die sich feierlich dem heiligsten Herzen Jesu geweiht haben, ist in dieser Zeit weltweit auf viele Millionen angestiegen. Besonders eifrige Familien haben sich freiwillig zu einem zusätzlichen Werk verpflichtet: zur nächtlichen Sühneanbetung. Dabei wechseln sich die Familienmitglieder die ganze Nacht hindurch in der Anbetung ab. 1959 beträgt die Zahl der Familien mit Nachtanbetung weltweit eine Million.

P. Mateo stirbt am 4. Mai 1960, nachdem er sein Leben und seine Gesundheit ganz für die Verherrlichung des heiligsten Herzens Jesu verzehrt hat. Er verwirklichte, was er einmal geschrieben hat: „Wenn ich einmal nicht mehr predigen kann, werde ich schreiben, wenn ich nicht mehr schreiben kann, werde ich beten, wenn ich nicht mehr beten kann, werde ich immer noch lieben im Leiden und leiden in Liebe zum göttlichen Herzen Jesu.“

Sinn der Herz-Jesu-Thronerhebung

Wie bereits im vergangenen Abschnitt über P. Mateo durchschien, handelt es sich bei der Herz-Jesu-Thronerhebung um eine Weihe an das heiligste Herz Jesu. Diese Weihe wird – wenn möglich – von allen Hausbewohnern vollzogen. Im klassischen Sinne ist es eine Familienweihe, bei der sich die gesamte Familie zu Füßen eines Herz-Jesu Bildes oder einer Statue des heiligsten Herzens niederwirft und diesem einen Ehrenplatz im Haus, den Vorsitz oder den Thron dieses Domizils gibt. Gewöhnlich ist diese Weihe ein kleines Zeremoniell, das durch den Priester vorgenommen wird, der hierbei anwesend ist. Mit der Inthronisation des Herz Jesu Bildnisses soll äußerlich für alle sichtbar angezeigt werden, daß künftig er die Herrschergewalt und alle Rechte über das Haus und seine Bewohner inne hat und daß alle diese Herrschaft anerkennen: Christus ist König in diesem Haus bzw. dieser Wohnung. P. Mateo drückt dies so aus: „Man kann die Thronerhebung definieren als die offizielle und soziale Anerkennung der Herrschaft des Herzens Jesu über eine christliche Familie. Eine Anerkennung bestätigt, sinnlich wahrnehmbar und dauernd gemacht durch die feierliche Anbringung des Bildes dieses göttlichen Herzens am Ehrenplatz im Hause und durch einen Akt der Weihe.“

Mit Christus sollen seine Tugenden in diesem Heim einziehen, denn die feierliche Inthronisation des Herzens Jesu ist ja nicht nur eine äußere Zeremonie, sondern sie hat Wirkungen, sie muß Wirkungen haben. Wie wir in der Kirche beim heiligen Opfer auch nicht nur leere Worte oder Gebetsformeln heruntersagen sollen, sondern innerlich uns vereinigen sollen mit dem Sinn des Gebetes, mit dem Opfer Jesu Christi, so soll die Weihe der äußere und feierliche Ausdruck unserer inneren Gesinnung sein. Christus herrscht von nun an über dieses Haus, über diese Familie und alle Bewohner dieser Wohnung. Wenn er aber der Herrscher ist, so verpflichten sich alle Untergebenen ihm gegenüber zu feierlichem Gehorsam. Dieser Gehorsam drückt sich zunächst aus im Versprechen, die christlichen Pflichten ernst zu nehmen. Nachdem aber Christus durch die Thronerhebung nicht nur Herrscher, sondern auch gewissermaßen Mitbewohner des Hauses wurde, geht die Bestrebung dahin, uns ihm anzugleichen. Je ähnlicher sich die Bewohner des Hauses sind, je mehr ihr Denken und Handeln in gegenseitiger Übereinstimmung ist, desto besser ist die Harmonie und damit Friede und Zusammenhalt in der Familie. Ein gleiches folgt aus der Thronerhebung: Christus ist Ehrengast, ja der wichtigste Hausbewohner. Folglich müssen wir versuchen, uns ihm immer mehr anzugleichen in unserem Denken und Handeln.

Papst Pius XII. drückte dies 1948 in einem Brief an P. Mateo folgendermaßen aus: „Für Uns wie für Unsere Vorgänger entspricht die Inthronisation Unseren teuersten Interessen. Wir wünschen sehnlichst, daß die dem Herzen Jesu entspringende Liebe sowohl vom Privatleben der Menschen wie vom öffentlichen Leben der Völker wieder Besitz nehme. Eines jedoch wünschen Wir ganz besonders, was übrigens das Wichtigste am ganzen Werk ist, das Sie, P. Mateo, schon so lange mit so viel Erfolg propagieren: daß sich die christlichen Familien dem Herzen Jesu weihen, und zwar so, daß, nachdem sein Bild an der vornehmsten Stelle der Wohnung wie auf einem Thron aufgestellt worden ist, Jesus Christus, unser Herr, sichtbar in der katholischen Familie herrscht. Diese Weihe ist nicht eine unnütze und sinnlose Zeremonie, sondern verlangt von allen und jedem ein Leben gemäß den christlichen Geboten…“

Einfach ausgedrückt findet ein Angleichen an das heiligste Herz Jesu in der treuen Befolgung der zehn Gebote statt, derjenigen Regeln also, die Gott uns ja selbst zur Befolgung gegeben hat. Diese Befolgung soll jedoch nicht knechtlich erfolgen, sondern aus Liebe. Wir dienen Christus nicht gezwungenermaßen, sondern aus freien Stücken. Wie wir ihn freiwillig als Herrn über Haus und Bewohner ausgerufen haben, so wollen wir seinen Willen ebenfalls freiwillig und nicht aus strenger Notwendigkeit heraus erfüllen.

Bei freiwilliger Erfüllung des Willens Jesu Christi jedoch geben wir uns nicht mit dem Minimum zufrieden, was gerade noch ausreicht, um nicht in Feindschaft mit ihm zu fallen, sondern wir sind bemüht, die Freundschaft mit ihm so gut es geht zu intensivieren und immer weiter zu vertiefen. Im Katechismus schon haben wir gelernt, daß die Freundschaft mit Christus durch ein Wachstum an Heiligkeit vertieft wird. Die Heiligkeit ist also unser Bestreben, welche sich durch die heroische Übung der Tugend auszeichnet. Die heroische Tugendübung hört sich zwar groß und unsagbar schwer an, sie klingt nach großen und herausragenden Taten. In der Tat können diese dazugehören, jedoch machen sie sie nicht aus: die heroische Tugendübung liegt hauptsächlich in unserem Willen. Die Größe der Tat ist hierbei nicht wichtig. Wir können beispielsweise bereits die Tugend auf gute Weise geübt haben, wenn wir einmal nicht unseren eigenen Willen in der einen oder anderen Situation durchgesetzt haben, also unseren Stolz bekämpft haben. Es kann auch ein freundliches Wort oder ein kleines Almosen sein, der Tag bietet unzählige Gelegenheiten. Wer diese kleinen Gelegenheiten nutzt, der wächst in der Tugend, nicht wer auf große Taten und heroische Leistungen anderer schaut und diese beneidet um die Ehre, die sie ihm vielleicht einbringen. Die Motivation – kirchlich ausgedrückt: die Intention – mit der wir eine Handlung tun, ist das entscheidende: eine noch so kleine Handlung kann verdienstvoll für die Ewigkeit sein, kann uns auf unserem Weg zu Heiligkeit voranbringen, wenn wir sie aus der richtigen Motivation heraus tun. Ebenso kann ein großes Werk übernatürlich nutzlos, ja sogar schädlich sein, wenn die Motivation nicht die Liebe zu Gott ist, sondern eine weltliche, eitle Motivation uns dazu antreibt. So kann die Gabe eines kleinen Almosens wertvoll sein, wenn wir in dem Bedürftigen Christus sehen, dem wir diese milde Gabe schenken. Sie kann umgekehrt aber auch nutzlos bzw. sogar schädlich sein, wenn wir dem Bettler das Almosen deswegen geben, damit andere unsere Großzügigkeit sehen oder wir ein „gutes Gefühl“ für den Tag haben oder sonst ein irdischer Vorteil uns aus dieser Tat erwächst.

Bei allen Handlungen sollen wir also die Frage stellen, ob das heiligste Herz Jesu mit unserer Entscheidung, mit unserer Handlung zufrieden wäre. Was würde er sagen, wenn er jetzt in sichtbarer Gestalt neben uns stünde und unser Handeln beobachten würde?

P. Mateo selbst sagt: „Die Familienweihe muß ins Leben eindringen, sie muß einen Zustand schaffen, wo das Evangelium die Regel und sozusagen die Seele des Hauses wird. Wir bedürfen der Lebensgenossenschaft, d.h. des ständigen Zusammenlebens mit Jesus, den wir bei uns aufgenommen und gefeiert haben. Wir müssen Ihn einladen, den Morgen zu segnen und den Abend, den Frieden und die Unruhe, unser Lächeln und unsere Tränen: ‚Herr, wohne bei uns, als wärst Du hier zu Hause; sei unser König, unser Freund, unser Vertrauter, unser Ratgeber. Du wirst bei allem und jedem den Vorsitz führen. Nichts soll geschehen ohne Dich; unsere Leiden und Freuden, unsere Angst, unsere Trauer, alles wollen wir mit Dir teilen.‘“

Die Thronerhebung des Herzens Jesu ist eine Einstellungsfrage: will ich wirklich den ganzen Tag, ja das ganze Leben nach Ihm ausrichten? Ist er wirklich in meinem Leben König oder suche ich meinen eigenen Willen, zu welchem mir Gott helfen soll? Will ich wirklich Gott dienen ohne Kompromisse oder will ich nicht oftmals eher, daß Gott mir diene ohne Kompromisse?

Konkret bedeutet die gelebte Weihe im Alltag für eine Familie:

  1. Die Pflege des gemeinsamen Gebetes (Tischgebet, Rosenkranz, Gebet vor dem Bild des Herzens Jesu)
  2. Treue zum wahren Glauben und damit verbunden die Hochschätzung des hl. Messopfers und die Heiligung des Sonntags
  3. Verbannen aller schlechten Bücher, Zeitschriften, etc. aus dem Haus
  4. Leben nach den Geboten Gottes in der Ehe (Heilighaltung der Ehe) und die Erziehung der Kinder nach diesen Maßstäben bzw. die Erziehung der Kinder zu diesen Prinzipien hin.

Die Pflege des regelmäßigen, täglichen Gebetes, nicht nur bei Tisch, sondern auch darüber hinaus, darf in einer katholischen Familie, in einer christlichen Wohnung nicht Pflichterfüllung, sondern muß Ehrensache sein. Wie wir miteinander sprechen und die verschiedenen Probleme und Sorgen, aber auch die Freuden miteinander teilen, so tragen wir all das im Gebet vor Gott; wir sprechen mit Christus im Gebet und als Gast des Hauses ist es selbstverständlich, daß wir mit Ihm sprechen. Ihm tragen wir unsere Sorgen und Probleme, Ängste und Nöte vor und bitten Ihn um Hilfe und rechten Rat. Doch nicht nur in dunklen und traurigen, sorgenvollen Stunden werfen wir uns zu Füßen seines Bildes nieder, auch in freudigen Stunden teilen wir unseren Jubel, die Freude mit Ihm, wie wir sie mit den anderen Hausbewohnern ebenfalls teilen. Oftmals kennen wir Jesus nur, wenn wir von Ihm etwas erlangen wollen. Die Freuden aber teilen wir nicht mit Ihm; oder wann danken wir Ihm für die Hilfe? Wie oft ist der Grund unseres Gebetes, unseres Zwiegespräches mit ihm Dankbarkeit?

In unseren Tagen sind jedoch die modernen Kommunikationsmittel, ja das Internet im Allgemeinen der wohl größte Feind und Gegner dieser Thronerhebung. Wenn wir selbst ehrlich Gewissenserforschung halten, so werden wir bemerken, daß nicht das heiligste Herz Jesu allzu oft auf dem Thron in unserem Haus sitzt, sondern das Internet. Wie viel Zeit verbringen wir im Internet und wie viel in Zwiesprache mit Christus? Und doch ist gerade das Internet, der Fernseher, die modernen Medien dem Geist Jesu Christi so diametral entgegengesetzt. Durch diese Medien bekommen wir Tag und Nacht die Revolution gegen die göttliche Ordnung, die Auflehnung gegen seinen heiligen Willen, die Missbildung unseres Willens, die Verdunkelung unseres Verstandes, das Ersticken unserer Seele wie ein teuflisches Gift – oft nicht direkt, aber damit nicht weniger gefährlich – eingeflößt. Je kleiner die Portion, je unscheinbarer der Anblick, je nützlicher der Anschein, desto gefährlicher und tiefgreifender das Gift, das uns verabreicht wird. Das Herz Jesu kann unmöglich in einer Familie herrschen, in welcher das Internet – der Götze der modernen Gesellschaft – herrscht und ihm alles untergeordnet wird. Wir sprechen noch nicht einmal von den direkt glaubensfeindlichen, unsittlichen und zerstörerischen Bildern und Filmen, die uns ebenfalls angeboten werden durch dieses Netzwerk. Ein jeder Katholik wird zugeben müssen, daß das Internet mit seinen Begleiterscheinungen einen schlechten Einfluß auf die Familie ausübt, die Kinderseelen in den Ruin treibt, die Ehen der Erwachsenen auseinanderbringt und damit zum Totengräber einer jeden Tugend und oftmals zur Ursache ewiger Verdammnis wird. Es ergibt sich damit schon als logische Folge einer Thronerhebung, daß dieser schädliche, ja teuflische Einfluß möglichst ganz ausgeschaltet werden muß, wenn das Herz Jesu herrschen soll; wenn es aber nicht vollständig möglich ist, so muß doch der Einfluß, ja die Zeit vor diesen Medien auf ein absolutes Minimum begrenzt werden.

Vielmehr sollen sich die Familienmitglieder aus dem Lesen frommer Bücher, dem Betrachten des Lebens der Heiligen und der Vertiefung in die christlichen Wahrheiten diejenige Lehre ziehen, die sie glauben, aus den modernen Medien zu schöpfen. Wahre Erkenntnis kommt nicht aus dem Lesen der Neuigkeiten der Tagespresse, sondern aus der Betrachtung des Leidens unseres Herrn! Je tiefer wir in Christus eindringen, desto mehr Nutzen können wir daraus ziehen!

Die Weihe sollte täglich erneuert werden, die Familie sollte sich – vielleicht am Abend – gemeinsam vor dem Bildnis des heiligsten Herzens versammeln und hier in kurzer Weise den Weiheakt wiederholen. Hierbei müssen nicht lange Gebete verrichtet werden, es genügt, sich an die Weihe zu erinnern und sie erneut im Herzen zu wiederholen und äußerlich selbst durch ein kleines Gebet auszudrücken. Die kleinen Stoßgebete können oftmals auch während des Tages sehr hilfreich sein, unseren Geist kurz wieder auf Gott zu richten und an ihn zu denken. Je öfter wir uns an die Intention erinnern, aus welcher wir Katholiken alle unsere Handlungen des Tages vollbringen sollen – aus Liebe zu Christus – desto natürlicher wird es uns, desto einfacher aber werden wir auch in Handlungen oder Entscheidungen daran denken, die uns vielleicht nicht einfach fallen.

Die Treue zum heiligsten Herzen ist ein weiterer Punkt, der die gelebte Weihe ausmacht. Wir sollen Christus nicht nur danken für die Gnade, die Wahrheit in unserer dunklen Zeit erkannt haben zu dürfen, sondern ebenfalls um die Treue, um die Beharrlichkeit in dieser Wahrheit bitten. Es ist nicht egal, ob wir uns in der wahren Kirche befinden, oder ob vielleicht doch die Konzilskirche die wahre Kirche Jesu Christi sein könnte; Christus betet in seinem hohepriesterlichen Gebet am Gründonnerstag: „Heilige sie in der Wahrheit!“. Wenn wir aber schon die Gnade der Erkenntnis bekommen haben, so ist es aus der Natur des Katholiken heraus notwendig, daß wir das Verlangen haben, daß möglichst viele andere ebenfalls die Wahrheit erkennen mögen. Dieses Verlangen führt zum einen zu einem Missionsgeist, der möglichst viele Menschen zu Jesus Christus und seiner Kirche führen möchte, aber auch zum Geist der Sühne und Buße. Buße für die eigenen Sünden, Sühne für diejenigen der anderen Menschen.

Wenn wir Christus wirklich lieben, so möchten wir gerne jede Beleidigung, die seinem heiligsten Herzen zugefügt wird, jede Dorne, die sein Herz verwundet, wiedergutmachen. Somit ist die Thronerhebung, die Anerkennung seines Königtums über uns und unsere Familie auch eine stellvertretende Leistung der Sühne für alle Lauheit und Menschenfurcht anderer Katholiken, Sühne aber auch für den universellen Glaubensabfall ganzer Nationen, ja nahezu der gesamten Erdbevölkerung in unseren Tagen.

Eine solche Hingabe an Christus, eine solche Ehre und Ehrersatz, den wir dem heiligsten Herzen zu Füßen legen, kann und wird Christus nicht unbeantwortet lassen. Ja, schon der heiligen Margareta Maria Alacoque gegenüber verspricht er seinen überreichen Segen für jene Häuser, in denen sein Bild verehrt wird: „Er [Christus] versicherte mir auch, es werde ihm eine besondere Freude sein, unter dem Bildnis seines leiblichen Herzens verehrt zu werden. Er wollte, daß dieses Bild öffentlich ausgestellt werde, um – so fügte er hinzu – die gefühllosen Herzen zu rühren. Und er versprach mir, er werde allen, die ihm Verehrung erweisen, in Fülle die Schätze der Gnade schenken, die dieses göttliche Herz enthält. Und überall, wo dieses Bild aufgestellt und besonders verehrt wird, werde es reichen Segen herabziehen.“ Papst Pius XII. greift diese Verheißung in einer seiner Brautansprachen auf, wenn er sagt: „In den Offenbarungen voller Liebe, die in der Neuzeit der Verehrung des Herzens Jesu einen so starken Aufrieb gegeben haben, versprach unser Herr unter anderem, daß das Bild seines Herzens, wo immer es aufgestellt und besonders verehrt wird, Segnungen jeglicher Art bringen wird. Im Vertrauen auf Gottes Wort könnt und wollt ihr gewiß die Wohltaten eines solchen Versprechens euch sichern, und ihr werdet darum in eurer Wohnung das Bild des heiligsten Herzens Jesu aufstellen und gebührend verehren.“ Doch die Verheißung Christi an Sr. Margareta geht noch weiter; sie schreibt: „Er ließ mich mit unzweifelhafter Klarheit erkennen, daß es ihm besondere Freude bereiten werde, von seinen Geschöpfen gekannt, geliebt und geehrt zu werden. Und diese Freude war so unendlich groß, daß alle, die ihm geweiht seien würden, nicht verloren gehen.“

Papst Benedikt XV. stellte 1915 in einem Brief die Herz Jesu Thronerhebung als das Heilmittel für die Übel unserer Zeit heraus. Der Wichtigkeit dieses Briefes wegen wollen wir ihn an dieser Stelle in seinem Wortlaut wiedergeben: „Mit Freude haben Wir Deinen Brief und auch die mitgesandten Schriften gelesen. Daraus konnten Wir entnehmen, daß Du Dich mit Liebe und wahrem Verständnis schon mehrere Jahre lang überall bemüht hast für die Familienweihe an das Heiligste Herz Jesu, die in der Weise vor sich gehen soll, daß ein Herz-Jesu-Bild an dem Ehrenplatze im Hause aufgestellt wird und so Christus, der Herr, sichtbar, wie auf einem Throne, in den Wohnungen der Katholiken herrscht. Die ganze Menschheit hat zwar schon Unser Vorgänger Leo XIII. hochseligen Angedenkens dem Göttlichen Herzen geweiht, und es ist auch sein Rundschreiben darüber „Annum sacum“ überall bekannt. Doch ist gewiß nach dieser allgemeinen Weihe die Weihe der einzelnen Familien nicht überflüssig, ja entspricht ihr sogar vollständig und kann den frommen Wunsch des obersten Hirten nur fördern: denn was jeder für sich als Eigentum hat, steht uns viel näher als das Gemeingut. Deshalb freuen Wir Uns über den unerwartet großen Erfolg Deiner Arbeit und ermahnen Dich, unermüdlich damit fortzufahren.

Nichts ist sicherlich gegenwärtig zeitgemäßer als Dein Unternehmen. Im privaten und öffentlichen Leben die von der Kirche aufgestellte und ausgebildete Sittenordnung zu verkehren und die gesamte Menschheit durch die allmähliche Beseitigung jeder Spur von christlicher Weisheit und Rechtschaffenheit zu den beklagenswerten Anschauungen des Heidentums zurückzuführen, das ist heute der Wunsch und das feste Ziel von leider gar vielen, und Wir hoffen nur zu Gott, daß ihr Beginnen fruchtlos sei. In erster Linie nun richten sich diese gefährlichen Angriffe gegen die Familie. Sie birgt ja in sich, wie im Keime, die Elemente der ganzen bürgerlichen Ordnung. Deshalb wäre unfehlbar die angestrebte Umgestaltung oder besser gesagt, das Verderben des ganzen gesellschaftlichen Lebens erreicht, wenn einmal die guten Grundsätze in der Familie verdorben wären – darüber sind sich die Feinde klar. So wird das Gesetz über die Ehescheidungen gutgeheißen und damit die Festigkeit der Ehe erschüttert. Man zwingt die Jugend zum Besuche des staatlichen Unterrichtes, der sehr oft gar nichts vom religiösen Geist hat, und ertötet damit gleichsam die Seele der elterlichen Autorität. Die schändliche Kunst, nur seine Lust zu befriedigen, wenn damit auch die Rechte des Naturgesetzes hintergangen werden, wird sogar angepriesen und damit der Fortbestand der Menschheit in gottloser Weise schon von Grund aus schwer gefährdet, die Heiligkeit der Ehe mit den schmutzigsten Lastern befleckt. In ganz richtiger Weise trittst Du deshalb, geliebter Sohn, für die großen Interessen der ganzen Menschheit ein, wenn Du vor allem den christlichen Geist in der häuslichen Familie weckst und verbreitest; die Liebe Jesu Christi in unsere Familien bringst, damit sie dort gleichsam die Herrschaft führe. Ganz nach dem Wunsche Jesu Christi ist dieses Vorgehen, Der Seinen Gnadensegen den Häusern verheißen hat, in denen das Bild Seines Herzens zur frommen Verehrung aufgestellt wird. Sicherlich ist es also ein heiliges und heilsames Werk, diese Art der Huldigung und Verehrung für unseren liebenswürdigen Erlöser. Doch ist keineswegs damit schon alles getan. Vor allem ist es auch notwendig, Christus zu kennen, d.h. Seine Lehre, Sein Leben, Sein Leiden und Seine Verherrlichung; Ihm nachfolgen, bedeutet nicht, sich von einem oberflächlichen Gefühl der Religiosität leiten lassen, das leicht schwache und weiche Herzen erregt und Tränen entlockt; Ihm nachfolgen bedeutet, Ihn mit einem lebendigen und standhaften Glauben erfassen, der Geist, Herz und Charakter lenkt und bildet. Ja, der wahre Grund, warum Jesus Christus von sehr vielen gar nicht beachtet, von vielen nicht genug geliebt wird, ist der, daß Ihn die ersten fast gar nicht, diese nicht genug kennen. Fahre deshalb nur fort, geliebter Sohn, mit Deinen segensreichen Bestrebungen, das Liebesfeuer für das Heiligste Herz Jesu in den Häusern der Katholiken zu entfachen. Zuerst bemühe Dich um die fruchtbringende Arbeit, daß diese Liebe bis zu ihrem höchsten und erhabensten Grade eine Wirkung der Erkenntnis Jesu Christi und der von Ihm selbst übermittelten Wahrheit und Seines Gesetzes, in allen Häusern, in denen Du zu wirken suchst, sei – so wünschen Wir es.

Um in dieser Angelegenheit zu dem gemeinsamen, frommen Werke anzueifern, wollen Wir alle die Gnaden und Ablässe, welche Unser Vorgänger Pius X. heiligen Angedenkens 1913 auf Bitten der Bischöfe von Chile den dortigen Familien, die sich dem Heiligsten Herzen weihten, verlieh, auf alle katholischen Familien der ganzen Welt ausdehnen, die auch diese Weihe vornehmen. Als Unterpfand der himmlischen Güter und als Beweis Unseres väterlichen Wohlwollens empfange, lieber Sohn, den apostolischen Segen, den Wir Dir von ganzem Herzen erteilen.“

An dieser Stelle möchten wir noch ein Beispiel aus dem Heft „Herz-Jesu-Thronerhebung“ anfügen, das sich lohnt, erwähnt zu werden. Wir sehen an ihm, welche Macht und Wirkung die Herz-Jesu-Thronerhebung selbst in den Seelen der verstockten Kirchenfeinde haben kann:

Die Bekehrung eines Ungläubigen

Von den vielen Wundern der Bekehrung, über die P. Mateo berichtet, wollen wir einen einzigen Fall herausgreifen. Die Begebenheit spielt sich in Frankreich ab. Eine Dame, die sich sehr um die Verbreitung der Herz-Jesu-Thronerhebung verdient gemacht hatte, konnte dieselbe in ihrem eigenen Hause nicht vornehmen, weil ihr Vater sich dem widersetzte. Dieser war nämlich Freimaurer, und zwar Vorsitzender der Loge des schottischen Ritus. Nach einiger Zeit gab er indem dem Drängen seiner Tochter nach und gestattete die Herz-Jesu-Thronerhebung. P. Mateo nahm sie persönlich vor. Am Tag darauf schrieb ihm P. Mateo: „Mein Herr, als Belohnung für das, was ich letzte Woche Ihrer Tochter zu Gefallen getan habe, erbitte ich mir von Ihnen nur das, daß Sie heute Abend zu mir kommen, um zu beichten. Ich verlange dies jedoch im Namen Jesu, des Königs der Liebe.“

Der über 60 Jahre alte Freimaurer hatte noch nie in seinem Leben gebeichtet, sein Haß gegen das katholische Priestertum saß tief. Als er mittags den Brief empfing und ihn las, kam es nicht zu einer Szene, wie man erwarten konnte, sondern er erbleichte und zog sich auf sein Zimmer zurück. Nach einigen Stunden suchte er P. Mateo auf, fiel auf die Knie und rief: „Ist das möglich, ich, zu den Füßen eines Priesters?“

Unter Tränen übergab er dem Pater sein Sündenbekenntnis, das er schriftlich niedergelegt hatte, da er vorausgesehen hatte, daß er vor Rührung nicht würde sprechen können. Er bat P. Mateo, das Bekenntnis laut zu lesen. Am Schluß erteilte ihm P. Mateo die Absolution und riet ihm, sich gut auf die erste heilige Kommunion vorzubereiten, die er in vierzehn Tagen empfange. Bei diesen Worten erhob sich der mit Gott Versöhnte und rief aus: „Mein Pater, sagen Sie das nicht! Sagen Sie, daß ich morgen kommunizieren kann. Ich dürste nach ihm!“ Voller Rührung gab P. Mateo sein Einverständnis, woraufhin der Glückliche ans Telefon eilte, um dem Vizepräsidenten der Loge mitzuteilen, daß er, der Präsident, soeben gebeichtet habe. Er lade ihn und alle anderen Freimaurer der Stadt zu seiner ersten heiligen Kommunion am kommenden Tag ein. Einige Zeit später erhielt P. Mateo von ihm noch folgenden Brief: „Mein Pater! Ich bin Apostel geworden bei meinen zwei Brüdern, ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß sie eben ihre erste Beichte abgelegt haben und daß ich sie morgen zu ihrer ersten heiligen Kommunion begleite. Der eine ist 71 und der andere 75 Jahre alt.“

P. Michael Mutter

Zum Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu 2026, München