{"id":5252,"date":"2024-09-03T11:37:52","date_gmt":"2024-09-03T08:37:52","guid":{"rendered":"https:\/\/corjesu.ru\/?page_id=5252"},"modified":"2026-06-12T10:49:38","modified_gmt":"2026-06-12T07:49:38","slug":"jubilaumsartikel-2024","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/anniversary\/jubilaumsartikel-2024\/","title":{"rendered":"Jubil\u00e4umsartikel 2024: S\u00fchne dem heiligsten Herzen Jesu"},"content":{"rendered":"<p><section class=\"kc-elm kc-css-832805 kc_row\"><div class=\"kc-row-container  kc-container\"><div class=\"kc-wrap-columns\"><div class=\"kc-elm kc-css-546093 kc_col-sm-12 kc_column kc_col-sm-12\"><div class=\"kc-col-container\"><div class=\"kc-elm kc-css-523182 kc-raw-code\"><script>\r\ndocument.getElementById('menu-item-3353').classList.add('current-menu-item');\r\n<\/script><\/div><div class=\"kc-elm kc-css-544255 kc-raw-code\"><script>\r\ndocument.getElementById('menu-item-3353').classList.add('current-menu-item');\r\n<\/script><\/div><div class=\"kc-elm kc-css-769141 kc-raw-code\"><style>\r\n.entry-header { display:none; }\r\n<\/style><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><section class=\"kc-elm kc-css-309848 kc_row\"><div class=\"kc-row-container  kc-container\"><div class=\"kc-wrap-columns\"><div class=\"kc-elm kc-css-706085 kc_col-sm-12 kc_column kc_col-sm-12\"><div class=\"kc-col-container\"><div class=\"kc-elm kc-css-15347 kc_text_block\"><\/p>\n<ul>\n<li><strong>2026: <a href=\"\/de\/anniversary\/jubilaumsartikel-2026\/#st2026\">Die Herz-Jesu-Thronerhebung als besonderes Mittel unserer Tage<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong>2024: <!--<a href=\"\/de\/anniversary\/jubilaumsartikel-2024\/#st2024\">-->S\u00fchne dem heiligsten Herzen Jesu<!--<\/a>--><\/strong><\/li>\n<li><strong>2022: <!--<a href=\"\/de\/anniversary\/jubilaeumsartikel-2022\/#st2022\">--><a href=\"\/de\/anniversary\/jubilaeumsartikel-2022\/#st2022\">Das Herz Jesu und die \u00fcberlieferte heilige Messe<\/a><!--<\/a>--><\/strong><\/li>\n<li><strong>2021: <a href=\"\/de\/anniversary\/#st2021\">Tapferkeit und Mut des Heiligsten Herzen Jesu<\/a><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\n<\/div><div class=\"kc-elm kc-css-81334 kc_text_block\"><\/p>\n<h1 class=\"entry-title page-title\">Jubil\u00e4umsartikel 2024<\/h1>\n<p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><section class=\"kc-elm kc-css-222068 kc_row\"><div class=\"kc-row-container  kc-container\"><div class=\"kc-wrap-columns\"><div class=\"kc-elm kc-css-541476 kc_col-sm-12 kc_column kc_col-sm-12\"><div class=\"kc-col-container\"><div class=\"kc-elm kc-css-858266 kc-raw-code\"><a name=\"st2024\"><\/a><\/div><div class=\"kc-elm kc-css-245116 kc_text_block\"><\/p>\n<h2 align=\"center\">S\u00fchne dem heiligsten Herzen Jesu<\/h2>\n<p>Autor: Pater Christian Mutter (* 1993) wuchs seit Kindesalter in der Tradition auf, hat allerdings im Laufe der Studienzeit die Problematik der heutigen Kirchenkrise und damit auch die wahre Kirche erkannt, verlie\u00df folglich die Konzilskirche und wurde im Sommer 2020 durch S. E. Bischof Ramolla in der N\u00e4he von M\u00fcnchen zum Priester geweiht. Er geh\u00f6rt der Priesterbruderschaft Unserer Lieben Frau vom Siege (lateinisch: Fraternitas Sacerdotalis beat\u00e6 Mari\u00e6 Virginis Victricis, FSMV) an. Seither wirkt er an verschiedenen Orten insbesondere im Allg\u00e4u\/S\u00fcddeutschland.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-5173 size-medium\" src=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Ausschnitt-223x300.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Ausschnitt-223x300.jpg 223w, https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Ausschnitt-760x1024.jpg 760w, https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Ausschnitt-768x1035.jpg 768w, https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Ausschnitt.jpg 931w\" sizes=\"(max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/>Liebe Gl\u00e4ubige,<\/p>\n<p>unser Herr und Heiland hat als g\u00f6ttliche Person die Menschennatur angenommen, um die Menschheit mit der beleidigten Majest\u00e4t Gottes wieder zu vers\u00f6hnen. Er hat Sich ein Herz geschaffen, den Sitz der Liebe, um uns in besonderer Weise nahe zu sein. Ein Herz, das ist der Inbegriff der Liebe einer Person. Sein Herz schlug f\u00fcr uns, und Es schl\u00e4gt auch heute weiter f\u00fcr uns in der allerheiligsten Eucharistie.<\/p>\n<p>Nicht ohne Grund wollte unser Herr und Heiland, da\u00df das heutige Hochfest Seines heiligsten Herzens gerade am Freitag nach der Fronleichnamsoktav begangen werden soll \u2013 nicht zuletzt, um dieser Oktav ein besonderes Gewicht zu verleihen. Da wiegt es nur umso schwerer, da\u00df man es wagte, diese Oktav unter Papst Pius XII. abzuschaffen. Gerade an Fronleichnam haben wir das gr\u00f6\u00dfte Liebesgeschenk begangen, das Gott uns im Neuen Bund machen wollte: die Gegenw\u00e4rtigsetzung Seinerselbst unter den Gestalten von Brot und Wein und damit Seine reale, bleibende Gegenwart unter uns Menschen, fortdauernd bis zum Ende der Welt. Das Altarsakrament als das erhabenste aller Sakramente gr\u00fcndet in der Liebe des Heilandes gegen uns. Am Karfreitag wird es angedeutet durch das Hervorquellen des (Wassers und) Blutes Jesu aus der ge\u00f6ffneten Seite. Der Soldat verwundet, durchsticht die Seite Jesu, dringt bis zum Herzen vor; an und f\u00fcr sich ein grausamer Vorgang. Christus ist bereits gestorben, aber dennoch versagt Er uns Seine Liebe nicht: Aus dieser Grausamkeit des Soldaten l\u00e4\u00dft Er Wasser und Blut hervorquellen, die Kraft der heiligen Sakramente. Das Wasser deutet uns die heilige Taufe an, das Blut die heiligste Eucharistie. Dem heiligen Thomas von Aquin gem\u00e4\u00df l\u00e4\u00dft Gott ein \u00dcbel immer nur unter dem Aspekt des Guten zu. Wenn Er ein \u00dcbel zul\u00e4\u00dft, dann deshalb, um daraus etwas Gutes zu bewirken. So auch hier: Die ungeb\u00fchrliche Handlung des r\u00f6mischen Soldaten wandelt Gott um, so da\u00df daraus Gnade entsteht.<\/p>\n<p>\n<\/div><div class=\"kc-elm kc-css-648933 kc_shortcode kc_single_image\">\n\n        <img src=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Gerrit_de_la_Vallee.jpg\" class=\"\" alt=\"\" \/>    <\/div>\n<div class=\"kc-elm kc-css-604387 kc_text_block\"><\/p>\n<p>\nDieses Handeln des Gottmenschen zeigt uns bereits Seine Gesinnung in deutlicher Weise: Die Schmerzen, die die Menschheit Ihm zuf\u00fcgt, versinnbildet durch den r\u00f6mischen Soldaten, treffen Sein Innerstes \u2013 Sein Herz; aber je mehr Er verwundet wird, desto mehr w\u00e4chst nicht etwa Sein Verlangen nach Vergeltung, sondern Sein Liebesbeweis zu den geretteten Seelen. Zweifellos wird das Verhalten des Soldaten bzw. des S\u00fcnders dadurch nicht besser, und er entgeht auch seiner Strafe nicht; aber \u201eauf krummen Zeilen schreibt Gott gerade\u201c, denn Er benutzt zuweilen den gr\u00f6\u00dften S\u00fcnder, um etwas Gutes zu wirken. Seine Wege \u00fcbersteigen unseren Verstand. Den Unglauben und die wahre Ablehnung des j\u00fcdischen Volkes nahm Gott in Seiner Vorsehung zum Schauplatz und zum direkten Umstand der eigenen Verurteilung durch Pilatus, die schlie\u00dflich am Kreuzesholz gipfeln sollte.<\/p>\n<p>Wenn wir heuer das Hochfest des heiligsten Herzens Jesu begehen, so wollen wir einmal ein Augenmerk auf den Aspekt der S\u00fchne legen. \u201eS\u00fchne\u201c \u2013 ein Wort, das der heutigen Gesellschaft nicht schmeichelt, weil es von Wohlstand und Bequemlichkeit nur allzu weit entfernt ist. Was ist S\u00fchne eigentlich? Um den Begriff der S\u00fchne richtig zu verstehen, m\u00fcssen wir ihn zuerst einmal gegen die Bu\u00dfe abgrenzen. Die Tugend der <em>Bu\u00dfe<\/em> ist (gem\u00e4\u00df dem Konzil von Trient) der Schmerz und die Verabscheuung gegen\u00fcber einer selbst begangenen S\u00fcnde, in Verbindung mit dem Vorsatz, von nun an diese S\u00fcnde nicht mehr zu begehen. Es geht hier also um S\u00fcnden, die der betreffende Mensch <em>selbst<\/em> begangen hat \u2013 um seine eigene Schuld. Konsequenterweise wird er versuchen, diese Schuld Gott gegen\u00fcber auch wiedergutzumachen. Ein Mensch, der Schuld auf sich geladen hat, beispielsweise den Namen Gottes unn\u00fctz und ehrfurchtslos gebraucht hat, tut nun etwas, das dieser Schuld entgegengesetzt ist, das ihm diese Schuld und die daf\u00fcr verdiente Strafe also wieder tilgt: er verabscheut innerlich diese S\u00fcnde, m\u00f6chte sich von ihr distanzieren, wird sie beichten und ein \u201eBu\u00df\u201cwerk verrichten. Beispielsweise ein Gebet, um die verletzte Ehre Gottes wieder auszugleichen \u2013 ein Lob- und Preisgebet gegen\u00fcber dem Namen des Herrn.<\/p>\n<p>Ein Bu\u00dfwerk, das tut der Mensch f\u00fcr seine eigene Schuld. Anders dagegen verh\u00e4lt es sich mit der <em>S\u00fchne<\/em>. Wer \u201eS\u00fchne\u201c leistet, der macht nicht seine eigene Schuld, sondern die Schuld eines anderen wieder gut.<\/p>\n<p>Jede S\u00fcnde eines jeden Menschen mu\u00df eines Tages gutgemacht werden, denn die S\u00fcnde ist in ihrem Kern \u2013 theologisch gesprochen \u2013 eine Beleidigung Gottes. Gott, dem Allheiligen, geb\u00fchrt allerdings Ehre und Verherrlichung vonseiten des armseligen Menschen. Wenn der Mensch Ihm diese Ehre aber nicht zukommen l\u00e4\u00dft, sondern im Gegenteil Ihn beleidigt, so ist ein Zustand der Ungerechtigkeit geschaffen: ein Ungleichgewicht zwischen dem Sch\u00f6pfer und dem Gesch\u00f6pf. Die Gerechtigkeit Gott gegen\u00fcber wurde verletzt. Eigentlich w\u00fcrde der Mensch Gott seine Verehrung und damit auch Gehorsam schulden: aufgrund seiner Abh\u00e4ngigkeit von Gott als seinem Sch\u00f6pfer, aufgrund seiner Pflicht zur Dankbarkeit f\u00fcr alle empfangenen Wohltaten einschlie\u00dflich der Erl\u00f6sung etc. Somit hat der Mensch durch seine S\u00fcnde eine seiner Pflichten verletzt. Dieser \u201eschiefe\u201c Zustand aber verlangt nach einer Korrektur, einer Ausgleichung, einer Wiedergutmachung. Nun liegt es leider oftmals nahe, da\u00df gerade der Verursacher zu dieser Wiedergutmachung h\u00e4ufig am wenigsten bereit ist. So h\u00e4ufen sich S\u00fcnden \u00fcber S\u00fcnden an, \u00fcber deren Wiedergutmachung ihre Verursacher \u00fcberhaupt keinen Gedanken verlieren. Gottes Ehre ist dennoch verletzt \u2013 und hier setzt nun der Akt der S\u00fchne ein. Leistet der Verursacher nicht selbst Wiedergutmachung, mu\u00df ein anderer diese leisten. Jemand anders kann stellvertretend S\u00fchne leisten, um diese S\u00fcnden wieder gutzumachen.<\/p>\n<p>Setzen wir an die Stelle der fiktiven S\u00fcnde von gerade eben eine reale S\u00fcnde, n\u00e4mlich die Erbs\u00fcnde, so k\u00f6nnen wir den Fall konkreter werden lassen. Die Erbs\u00fcnde, die in der heutigen Gesellschaft stillschweigend unter den Tisch f\u00e4llt, als g\u00e4be es sie nicht, ist eine leidvolle und \u00e4u\u00dferst folgenschwere Realit\u00e4t. Der Mensch (Adam) hat Gott beleidigt. Die Beleidigung richtet sich aber in ihrer Gr\u00f6\u00dfe immer nach der Gr\u00f6\u00dfe dessen, der beleidigt wurde. Es ist ein Unterschied, ob wir einen beliebigen Menschen beleidigen, oder unsere Eltern, oder einen K\u00f6nig oder einen Priester. Und noch viel schlimmer ist es, Gott selbst zu beleidigen. Er ist unendlich \u2013 Seine Majest\u00e4t auch, und damit ist es f\u00fcr den Menschen genau genommen nicht m\u00f6glich, die eigene Schuld zur G\u00e4nze wieder gutzumachen, denn wir sind nur begrenzt, m\u00fc\u00dften aber eine unbegrenzte Wiedergutmachung leisten. Was tut Gott in Seiner G\u00fcte? Er verst\u00f6\u00dft das Menschengeschlecht nicht, sondern verhei\u00dft einen Messias \u2013 Sich selbst, die zweite g\u00f6ttliche Person wird Mensch werden. Als solche, als Gott und Mensch zugleich, kann Er selbst an unser statt die Beleidigung des himmlischen Vaters wieder gutmachen \u2013 eben \u201es\u00fchnen\u201c, die der Mensch begangen hat \u2013 und dies ohne die Begrenzung auf Menschliches oder Endliches, da er ja zugleich auch die g\u00f6ttliche Natur in Seiner Person vereinigt.<\/p>\n<p>Dabei hat Seine S\u00fchne allein schon deswegen einen unvergleichbar viel h\u00f6heren Wert, weil Er in ganz anderer Weise der Erh\u00f6rung w\u00fcrdig ist. Ein Mensch kann Gott zwar seine Bu\u00dfe oder S\u00fchne darbringen, aber er kann Gott nicht zwingen, sie auch anzunehmen, denn der Mensch hat genau genommen kein Anrecht im eigentlichen Sinne darauf, da\u00df er erh\u00f6rt wird, wie er es m\u00f6chte. Wir stehen mit Gott n\u00e4mlich nicht auf gleicher Stufe, so da\u00df wir von Ihm etwas im eigentlichen Sinne verlangen k\u00f6nnten. Er schenkt viel, aber Er schenkt es auf unsere Bitte hin vor allem aus Gnade. Ganz anders bei Jesus: Als zweite g\u00f6ttliche Person ist Ihm dieselbe g\u00f6ttliche Natur eigen wie dem himmlischen Vater. Er tritt vor Seinen Vater nicht als von Ihm abh\u00e4ngiger Erdenb\u00fcrger, der zudem Schuld auf Sich geladen h\u00e4tte, sondern selbst als Gott und hat damit sehr wohl Anrecht auf Erh\u00f6rung. Wenn Er Seinen Vater um etwas bittet oder Ihm etwas darbringt (S\u00fchne), dann hat Er in ganz anderer Weise und im engsten Sinn des Wortes tats\u00e4chlich ein Anrecht darauf, da\u00df Gott Vater dies auch annimmt. Daher ist die S\u00fchne, die Jesus selbst f\u00fcr uns leistet, noch um ein Vielfaches wirksamer als unsere eigene S\u00fchne. Wenn aber wir S\u00fchne leisten, dann immer in Verbindung mit Seiner S\u00fchne! Da wir Glieder ein und desselben Leibes Christi sind, k\u00f6nnen und sollen wir unsere S\u00fchne mit Seiner vereinigen.<\/p>\n<p>\n<\/div><div class=\"kc-elm kc-css-369727 kc_shortcode kc_single_image\">\n\n        <img src=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/LeoXIIIcrown-550x730xc.jpg\" class=\"\" alt=\"\" \/>    <\/div>\n<div class=\"kc-elm kc-css-747887 kc_text_block\"><\/p>\n<p>\nJesus selbst leistet S\u00fchne f\u00fcr uns. Die Litanei vom heiligsten Herzen Jesu, die Papst Leo XIII. 1899 mit einem Abla\u00df von 300 Tagen ausgestattet hat, bringt uns diesen ersten Gedanken, die \u201eS\u00fchne in absteigende Richtung\u201c, mehrmals vor Augen, etwa in der Anrufung: \u201eHerz Jesu, Du <em>S\u00fchne<\/em> f\u00fcr unsere S\u00fcnden, erbarme Dich unser.\u201c Im lateinischen Original steht f\u00fcr das Wort S\u00fchne an dieser Stelle \u201epropiti\u00e1tio\u201c. Darin ist eine Art Bes\u00e4nftigung und Vers\u00f6hnung enthalten. \u201eS\u00fchne\u201c in diesem Zusammenhang zielt n\u00e4mlich auf eine Vers\u00f6hnung ab: auf die Vers\u00f6hnung des himmlischen Vaters oder des (gerechten) g\u00f6ttlichen Zornes. Genau diese Vers\u00f6hnung, diese \u201eBes\u00e4nftigung\u201c Gottes des Vaters hat Jesus durch Sein S\u00fchneleiden aktiv bewirkt, indem Er Sich selbst als Opferlamm darbot. Von daher sagt uns diese Anrufung in treffender und doch sehr knapper Weise genau, was Christus am Kreuz tat \u2013 bis hin zur Preisgabe der Unversehrtheit Seines Herzens, indem Er den Soldaten bis in Sein Herz stechen lie\u00df: S\u00fchne f\u00fcr unsere S\u00fcnden.<\/p>\n<p>\n<\/div><div class=\"kc-elm kc-css-793009 kc_shortcode kc_single_image\">\n\n        <img src=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Genter-Altar-Agnus-Dei.jpg\" class=\"\" alt=\"\" \/>    <\/div>\n<div class=\"kc-elm kc-css-15808 kc_text_block\"><\/p>\n<p>\nSo ist denn diese Bedeutung regional auch in die offiziellen \u00dcbersetzungen der Herz-Jesu-Litanei eingeflossen, denn mancherorts wird tats\u00e4chlich offiziell \u00fcbersetzt: \u201eHerz Jesu, Du <em>Vers\u00f6hnungsopfer<\/em> f\u00fcr unsere S\u00fcnden, erbarme Dich unser.\u201c<\/p>\n<p>Dieselbe Litanei erw\u00e4hnt das heiligste Herz Jesu an sp\u00e4terer Stelle noch ein zweites Mal in \u00e4hnlicher Richtung: \u201eHerz Jesu, Du Opferlamm f\u00fcr die S\u00fcnder\u201c \u2013 man k\u00f6nnte auch \u00fcbersetzen: \u201eSchlachtopfer f\u00fcr die S\u00fcnder\u201c. Er hat wahrhaft S\u00fchne geleistet f\u00fcr unsere S\u00fcnden und f\u00fcr uns S\u00fcnder, um uns die Erl\u00f6sung \u2013 d. h. die \u00d6ffnung des Himmels und die potenzielle F\u00e4higkeit, dahin zu kommen \u2013 wieder zu erlangen.<\/p>\n<p>Damit aber ist nicht alles zu Ende. Es w\u00e4re leicht, \u00e4hnlich wie die Protestanten nun zu sagen: Gott hat alles getan, Er hat mich erl\u00f6st, ich bin also gerettet und nun kann ich mich wieder zur\u00fccklehnen und brauche nichts mehr tun. Die Wirklichkeit sieht etwas anders aus. Denn im Herzen Jesu verbinden sich zwei S\u00fchnegedanken auf sch\u00f6ne Weise miteinander: Zum einen die S\u00fchne, die Er f\u00fcr uns leistet, und zum anderen unsere S\u00fchne, die eine Folge davon sein soll. Wir sind zwar begrenzt, aber wir sollen mitwirken an der S\u00fchne Jesu \u2013 \u201eerg\u00e4nzen, was an den Leiden Christi noch fehlt\u201c (Kol. 1, 24). Tats\u00e4chlich geh\u00f6ren alle Katholiken zu dem einen Leib Jesu Christi und sind untereinander wie Glieder an diesem Leib; der mystische Leib Jesu aber, an dem wir Glieder sind, ist die heilige Kirche. Was das eine Glied der Kirche tut, n\u00fctzt oder schadet auch den anderen Gliedern. Wenn ein Glied der Kirche s\u00fcndigt, schadet es dem ganzen Leib; wenn ein Glied der Kirche (im Gnadenstand) b\u00fc\u00dft oder s\u00fchnt, n\u00fctzt es aber auch dem ganzen Leib. Jesu Leiden ist war unerme\u00dflich gewesen, doch wir alle haben unseren Teil dazu beizutragen. Wir alle haben durch eigene Leiden zu erg\u00e4nzen, was an den Leiden Jesu Christi noch fehlt \u2013 n\u00e4mlich die pers\u00f6nliche Anteilnahme daran.<\/p>\n<p>So gesehen ist es ein hoher Ansporn an uns: wir d\u00fcrfen mitleiden mit unserem Erl\u00f6ser! Nicht dergestalt, da\u00df Er es von uns br\u00e4uchte, aber <em>wir selbst<\/em> bed\u00fcrfen dieses \u00c4hnlich-Werdens mit Christus. Papst Leo der Gro\u00dfe formulierte es so: \u201eDas Leiden des Herrn wird bis zum Ende der Welt fortgesetzt, und wie Er es ist, der in Seinen Heiligen geehrt und geliebt und in den Armen gespeist und bekleidet wird, so ist Er es auch, der mitleidet in allen denen, welche um der Gerechtigkeit willen Schmach leiden.\u201c<\/p>\n<p>Einen noch h\u00f6heren Wert aber erh\u00e4lt unser Leiden dann, wenn wir es direkt als S\u00fchne verstehen. Sein Leiden war ein S\u00fchneleiden, und wenn unser Leiden ebenfalls ein S\u00fchneleiden wird, ist es Ihm auch in dieser Hinsicht \u00e4hnlich. Die Gesinnung des S\u00fchneleidens entspringt in ganz besonderer Weise auch der Tugend der Liebe. War es einst die Liebe Gottes gegen uns, die Ihn dazu bewog, unsere ureigenen S\u00fcnden s\u00fchnend wiedergutzumachen, so ist es nun unsere Liebe (als Antwort auf die Liebe Gottes), die die S\u00fcnden anderer stellvertretend wiedergutmacht. Eine \u00dcbung der Gottesliebe und zugleich der N\u00e4chstenliebe: Gott gegen\u00fcber leisten wir sie, dem N\u00e4chsten aber n\u00fctzt sie ebenfalls durch entsprechende Anrechnung vonseiten Gottes.<\/p>\n<p>Freilich haben wir es dabei ein wenig schwerer, denn wir m\u00fcssen zuerst einmal unsere eigene Schuld wiedergutmachen \u2013 was wir eben \u201eBu\u00dfe\u201c nennen \u2013; dies war bei Christus nicht der Fall, denn Er konnte keine Bu\u00dfe leisten, da Er auch nie ges\u00fcndigt hat. Wir sind zuerst einmal mit der Bu\u00dfe besch\u00e4ftigt; aber hinzukommend d\u00fcrfen wir dann zusammen mit den Leiden Christi auch unsere eigenen Leiden durchaus zur S\u00fchne aufopfern. Legen wir sie in der heiligen Messe beim Offertorium und bei der hl. Wandlung in Gedanken auf die Patene oder in den Kelch und vereinigen wir unser eigenes Opfer mit dem unendlich wertvollen Opfer Jesu Christi \u2013 zur S\u00fchne f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen!<\/p>\n<p>Freilich ist unsere S\u00fchne nur dann \u00fcbernat\u00fcrlich verdienstvoll, wenn wir zum Zeitpunkt unserer S\u00fchneleistung im Stand der heiligmachenden Gnade sind. Wer die heiligmachende Gnade durch eine schwere S\u00fcnde verloren h\u00e4tte, m\u00fc\u00dfte (um S\u00fchne leisten zu k\u00f6nnen) erst wieder in den Gnadenstand zur\u00fcckkehren. Dies geschieht durch das Sakrament der heiligen Beichte, oder \u2013 wenn dies mangels Priester nicht m\u00f6glich ist \u2013 durch die <em>vollkommene Reue (Liebesreue), in Verbindung mit dem Vorsatz, die begangene schwere S\u00fcnde bei der n\u00e4chsten Gelegenheit zu beichten<\/em>. Die vollkommene Reue hat Gott selbst zum Beweggrund: ich bereue meine S\u00fcnde nicht wegen der S\u00fcndenstrafe, sondern zu allererst deshalb, weil ich Gott beleidigt habe, der mir so viel geschenkt hat und mich unendlich liebt. Seine Liebe habe ich nicht im Geringsten vergolten, sondern im Gegenteil beleidigt. \u2013 Die Liebesreue, wenn sie wirklich ernsthaft erweckt wird, (mit dem Vorsatz zur Beichte) versetzt uns wieder in den Stand der heiligmachenden Gnade und somit in die M\u00f6glichkeit, Gott wieder Bu\u00dfe und S\u00fchne leisten zu k\u00f6nnen, die Ihm wohlgef\u00e4llig ist.<\/p>\n<p>In dem Ma\u00dfe, in dem wir das heiligste Herz Jesu lieben, ber\u00fchrt uns eine jede Verletzung Seines heiligsten Herzens durch andere ganz besonders schmerzlich. Es ist daher nicht falsch, ja sogar zu empfehlen, anl\u00e4\u00dflich des heutigen Hochfestes unsere Opfer gerade zur S\u00fchne f\u00fcr <em>diese<\/em> S\u00fcnden darzubringen. Damit spannen wir einen Bogen von der \u201eabsteigenden\u201c S\u00fchne wieder umgekehrt zur \u201eaufsteigenden\u201c S\u00fchne. Wenn das heiligste Herz Jesu die S\u00fchne unserer S\u00fcnden und das Opferlamm f\u00fcr die S\u00fcnder ist, wie die Litanei Es nennt, dann mu\u00df eine Verletzung und Beleidigung <em>Ihm<\/em> gegen\u00fcber nur doppelt verwunden. Einen Herz-Jesu-Verehrer mu\u00df eine solche Beleidigung doppelt treffen, wenn er verstanden hat, was es um das heiligste Herz Jesu im Kontext der S\u00fchne ist. Welche S\u00fcnden aber richten sich gegen dieses Sein Herz?<\/p>\n<p>Im weiteren Sinne die Ablehnung Jesu Christi, des Erl\u00f6sers, als des K\u00f6nigs. Damit geht beispielsweise die Ablehnung der \u00f6ffentlichen (und auch privaten) K\u00f6nigsherrschaft Jesu Christi einher, die eine Folge der Religionsfreiheit und -gleichg\u00fcltigkeit ist. Gott hat Sich uns durch Seinen Sohn geoffenbart, soda\u00df die Gesellschaft Ihn nicht ignorieren kann, ja vielmehr als ihren Herrn und Gott und K\u00f6nig, als absolutes Oberhaupt anerkennen mu\u00df, aber die moderne Welt st\u00f6\u00dft Ihn zur\u00fcck, als h\u00e4tte die Offenbarung, die Erl\u00f6sung nie stattgefunden. Sie knickt vor dem falschen Anspruch anderer Religionen ein, auf derselben Ebene mit der Wahrheit stehen zu d\u00fcrfen. Die Konzilskirche hat infolge des Zweiten Vatikanums aktiv daran mitgearbeitet, die K\u00f6nigsherrschaft Christi aus den letzten zivilen Verfassungen buchst\u00e4blich zu streichen. Wer den Christk\u00f6nig nicht annimmt, begeht damit zutiefst eine Undankbarkeit, die der vorausgehenden \u00fcberstr\u00f6menden Liebe des Herzens Jesu nicht gerecht wird, ja die Er in keiner Weise verdient hat.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr wurde die Seitenwunde Christi ge\u00f6ffnet, wenn bis heute so viele die Sakramente als die Hauptgnadenquellen offen ablehnen? Wof\u00fcr ist Er \u00fcberhaupt Mensch geworden, wenn so viele dennoch den Weg des Verderbens w\u00e4hlen und am Ende der Erl\u00f6sung Christi nicht teilhaftig werden? In der Tat mu\u00df es die \u00d6lbergsqual des Herzens Jesu vermehrt haben, vorauszusehen, f\u00fcr wie viele Er gerade umsonst leidet.<\/p>\n<p>\n<\/div><div class=\"kc-elm kc-css-371902 kc_shortcode kc_single_image\">\n\n        <img src=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Christ_the_King_The_Most_Sacred_Heart.jpg\" class=\"\" alt=\"\" \/>    <\/div>\n<div class=\"kc-elm kc-css-196856 kc_text_block\"><\/p>\n<p>\nWenn jemand die Erl\u00f6sung nie angenommen hat, ist es schlimm genug; schlimmer aber noch ist es, das einst Erkannte sp\u00e4ter zur\u00fcckzuweisen. Denn ein solcher Mensch wei\u00df genau, was er tut, und tut es trotzdem. Wer daher der heiligen Kirche des neuen Bundes (gegen besseres Wissen) den R\u00fccken kehrt, obwohl er einst ihr Glied war, verursacht dem heiligsten Herzen Jesu daher eine noch gr\u00f6\u00dfere Schmach. Solches geschieht etwa, wenn jemand der Kirche abtr\u00fcnnig wird, indem er eine falsche Lehre annimmt und festh\u00e4lt. Ein Ph\u00e4nomen, das seit Entstehung der Konzilskirche massenhaft auftritt, weil diese in die katholischen Lehren massenweise falsche Lehren eingeschleust hat. Besseres Wissen nat\u00fcrlich vorausgesetzt \u2013 aber diese S\u00fcnden richten sich letztendlich auch gegen das heiligste Herz Jesu, den Mittelpunkt Seiner Liebe zu uns.<\/p>\n<p>Allgemein richten sich all jene S\u00fcnden gegen Sein heiligstes Herz, die Seine Sendung in irgendeiner Weise schm\u00e4lern oder gar zur\u00fcckweisen. In dieser Weise hat Er selbst gegen\u00fcber der hl. Margareta Maria Alacoque S\u00fchne gew\u00fcnscht \u2013 zum Ausgleich daf\u00fcr, da\u00df so viele Sein heiligstes Herz aus lauter Undank zur\u00fcckweisen.<\/p>\n<p>Am tiefsten aber m\u00fcssen Ihn jene S\u00fcnden verletzt haben, die sich gegen Sein Gnadengeschenk schlechthin, die heiligste Eucharistie, richten. Wer gew\u00f6hnt ist, Undankbarkeit zu erfahren, wei\u00df, da\u00df Undankbarkeit dort am schmerzlichsten ist, wo am meisten Liebe ge\u00fcbt wurde. Das allerheiligste Altarsakrament ist wahrhaft g\u00f6ttlich, es w\u00e4re in seinem Geheimnis rein menschlich nicht auszudenken gewesen. Es ist wahrhaftig die gr\u00f6\u00dfte Liebestat und h\u00e4ngt, wie wir eingangs gesehen haben, so innig mit dem heiligsten Herzen zusammen. Wer Ihn also ausgerechnet darin beleidigt, dessen Lanze sticht am tiefsten in Sein Herz. Von daher m\u00fcssen Ihn die S\u00fcnden gegen das heilige Me\u00dfopfer und gegen das allerheiligste Altarsakrament wohl am tiefsten verletzt haben. Denken wir nur an die moderne Mahlfeier, die die Konzilskirche an die Stelle der heiligen Messe gesetzt hat. Denken wir an die sakrilegischen Kommunionen, die weltweit und \u00fcber alle Zeiten hinweg hier und da empfangen werden. Denken wir an die Undankbarkeit, die Ihm manchmal entgegenhallt \u2013 auch von solchen, die w\u00fcrdig kommunizieren. All das ist die Beantwortung Seiner Liebe durch die Menschheit, die sich darum kaum k\u00fcmmert.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns als Verehrer des heiligsten Herzens Jesu sollen es diese S\u00fcnden ganz im Besonderen sein, die wir versuchen wollen wiedergutzumachen. Eine der Anrufungen der Litanei nennt das heiligste Herz Jesu nicht umsonst \u201emit Schmach ges\u00e4ttigt\u201c. Regelrecht ges\u00e4ttigt, \u00fcbervoll von Schmach ist Es, Sein Herz, und Er h\u00e4lt Ausschau nach einem, der Ihn tr\u00f6ste. In den Psalmen ist uns die Heilandsklage \u00fcberliefert: \u201eIch hoffte zwar auf Mitleid, doch vergebens; auf Tr\u00f6ster, aber keinen fand ich. Sie gaben Mir als Nahrung Gift und Essig f\u00fcr den Durst als Trank.\u201c (Ps. 68, 21 f.) Wird Er in Seinem Zukunftsblick am Gr\u00fcndonnerstag und Karfreitag immerhin jemanden aus unserer Mitte gesehen haben, der Ihn tr\u00f6stet?<\/p>\n<p>\n<\/div><div class=\"kc-elm kc-css-455343 kc_shortcode kc_single_image\">\n\n        <img src=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Christ_in_Gethsemane_Johann_Michael_Ferdinand_Heinrich_Hofmann_1886.jpg\" class=\"\" alt=\"\" \/>    <\/div>\n<div class=\"kc-elm kc-css-383678 kc_text_block\"><\/p>\n<p>Kurz vor dem Umbruch in den Modernismus hat die heilige Kirche noch ein Me\u00dfformular genehmigt, das genau jene S\u00fcnden s\u00fchnen soll: die Herz-Jesu-S\u00fchnemesse zur Wiedergutmachung der S\u00fcnden, die Ihm im eucharistischen Sakrament zugef\u00fcgt werden. Darin lautet die Secreta: \u201eWir bitten Dich, o Herr, nimm an das S\u00fchneopfer aus unserer dem\u00fctigen Hand, und la\u00df uns durch das, was wir zu Ehren Deines Sohnes, unseres Herrn, Deiner Majest\u00e4t in Demut darbringen, die unendliche Schmach s\u00fchnen, die Ihm um Seiner unendlichen Liebe zu uns willen zuteil wird.\u201c<\/p>\n<p>Damit ist zugleich auch das beste Gegenmittel genannt, das selbst S\u00fchne ist und mit dem auch wir unsere eigene S\u00fchne vereinigen sollen: gerade das heilige Me\u00dfopfer. Gerade dieses unsagbare Gnadenmittel, durch das Ihm so viel Leid zugef\u00fcgt wird, ist doch immer noch st\u00e4rker und m\u00e4chtiger als alle Schmach: ist es doch Jesus Christus selbst, der Sich als Gottmensch dem himmlischen Vater darbringt und somit unendliche Kraft der Wiedergutmachung aufbringt.<\/p>\n<p>Wir aber wollen uns zutiefst darin und damit vereinigen. Im Zuge der fortschreitenden Kirchengeschichte hat sich die Herz-Jesu-Verehrung und mit ihr der S\u00fchnegedanke vor allem in den letzten Jahrhunderten tiefer entwickelt bzw. ausgebreitet. Mit Recht lag es so in der weisen Vorsehung Gottes begr\u00fcndet. Denn gerade in unserer Zeit ist die S\u00fchne so aktuell wie vielleicht nie zuvor.<\/p>\n<p>Wenn wir wom\u00f6glich sehr bald von unserer n\u00e4chsten Pr\u00fcfung \u00fcberrascht werden, die uns auf dem Lebensweg von Gott zugedacht ist, denken wir daran, wie kostbar eine jede dieser Pr\u00fcfungen ist: sie kann uns hundertmal kostbarer als Edelstein und Reichtum der Welt werden, wenn wir sie nutzen f\u00fcr einen Akt der Wiedergutmachung und S\u00fchne. Nehmen wir sie (gleich dem g\u00f6ttlichen Herzen) in Geduld und Beharrlichkeit an. Vereinigen wir sie mit dem vollkommenen Opfer Jesu Christi, das dem himmlischen Vater in der heiligen Messe im Augenblick der Wandlung dargebracht wird; legen wir alle unsere eigene S\u00fchne f\u00f6rmlich auf die Patene und bringen auch wir sie (in Vereinigung mit dem Priester und der Kirche) zusammen mit dem Opfer Jesu Christi dem Vater dar. Das w\u00e4re eine m\u00f6gliche S\u00fchneleistung, die wir in Verbindung mit der heiligen Messe darbringen k\u00f6nnen. Momentan gibt es in Moskau allerdings nicht die Gelegenheit, eine katholische hl. Messe zu besuchen. Aber wir k\u00f6nnen uns im Geiste mit allen katholischen heiligen Messen vereinigen. An verschiedensten Orten auf der ganzen Welt werden immer noch Gott wohlgef\u00e4llige heilige Messen zelebriert, <em>mit denen<\/em> wir unsere eigenen Opfer und die eigene S\u00fchneleistung vereinigen und Gott darbringen k\u00f6nnen. Dazu mu\u00df man nicht zwingend physisch gegenw\u00e4rtig sein. Dazu ist es nicht einmal notwendig, ein vorgefertigtes Gebet zu sprechen. Man kann mit eigenen Worten etwa beten: \u201eHimmlischer Vater, ich opfere Dir diese meine Krankheit\/mein Gebrechen auf zu Deiner gr\u00f6\u00dferen Ehre und zur S\u00fchne f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen gegen das heiligste Herz Jesu.\u201c<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es nat\u00fcrlich auch weitere M\u00f6glichkeiten, in Verbindung mit dem S\u00fchneopfer Jesu S\u00fchne zu leisten und aufzuopfern. Beispielsweise sich in der Nahrung Abbruch zu tun, also entsprechend den eigenen M\u00f6glichkeiten zu fasten (zeitweise oder einzelne Male oder gar gewohnheitsm\u00e4\u00dfig an wiederkehrenden Tagen). Oder andere Akte der Abt\u00f6tung allgemein, z. B. auf eine Gelegenheit zur Erholung zu verzichten, ein kleines bi\u00dfchen fr\u00fcher aufzustehen, das Mittagessen ein bi\u00dfchen weniger zu w\u00fcrzen. Oder die Tugenden zu \u00fcben stellvertretend f\u00fcr andere Menschen, die dies nicht tun. Das kann jede beliebige Tugend sein, etwa die Geduld, die Freundlichkeit, die Sanftmut, die Freigiebigkeit, welche auch immer; denn bei der S\u00fchne geht es weniger um den konkreten Akt, als um die <em>Selbst\u00fcberwindung oder \u00dcbung eines guten Werkes, das wir dann zur S\u00fchne oder zur Wiedergutmachung aufopfern<\/em>. Eine Selbst\u00fcberwindung gewinnt in Vereinigung mit der S\u00fchne Jesu Christi einen viel gr\u00f6\u00dferen Wert, als sie an sich eigentlich h\u00e4tte. Sie ist ein Opfer unsererseits, das wir dem Herrn bzw. dem Herzen Jesu darbringen k\u00f6nnen und dem Leiden Christi unsererseits noch hinzuf\u00fcgen k\u00f6nnen. Um das Opfer unsererseits geht es; zweitrangig ist, in welchem Bereich wir dieses Opfer bringen. Eine Selbstverleugnung, eine in Demut angenommene Zurechtweisung von jemandem, ein stilles Bekenntnis des katholischen Glaubens, auch wenn es Mut erfordert \u2013 Gelegenheiten daf\u00fcr gibt es genug.<\/p>\n<p>Im Idealfall \u00fcben wir sogar genau diejenige Tugend, die wir gerade durch jemanden anderen verletzt sehen. Blicken wir z. B. auf ein gottesl\u00e4sterliches Plakat in der \u00d6ffentlichkeit, so k\u00f6nnte man etwa zur Wiedergutmachung stellvertretend Gott ein Lob- und Preisgebet darbringen. H\u00f6ren wir jemanden fluchen, so antworten wir darauf etwa mit \u201eGelobt sei Jesus Christus!\u201c, ruhig auch h\u00f6rbar f\u00fcr den Fluchenden. Bemerken wir eine Sch\u00e4ndung eines Kreuzes oder einer Kirche, so schm\u00fccken wir zur S\u00fchne ein vielleicht vergessenes Herz-Jesu-Bild oder ein Kreuz, um die Beleidung durch entgegengesetzte Liebe wiedergutzumachen.<\/p>\n<p>In allen diesen F\u00e4llen tun wir etwas (wenn auch Begrenztes und Irdisches), vielleicht einen Liebesakt oder eine \u00dcberwindung, die wir mit dem Leiden Christi vereinigen k\u00f6nnen und Ihm darbringen k\u00f6nnen zum Ersatz f\u00fcr die S\u00fcnden anderer Menschen. Damit bes\u00e4nftigen wir nicht nur Gott selbst, sondern sammeln uns auch Verdienste f\u00fcr die Ewigkeit.<\/p>\n<p>P. Christian Mutter FSMV<br \/>Zum Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu 2024, Epfach, Allg\u00e4u<\/p>\n<p>\n<\/div><div class=\"kc-elm kc-css-60242 kc_shortcode kc_single_image\">\n\n        <img src=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/San_Lorenzo_fuori-le_mura_in_Rome_Jesus_Christus-Pastor_Bonum.jpg\" class=\"\" alt=\"\" \/>    <\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":4787,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5252\/"}],"collection":[{"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/"}],"about":[{"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page\/"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1\/"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments\/?post=5252"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5252\/revisions\/"}],"predecessor-version":[{"id":6063,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5252\/revisions\/6063\/"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4787\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/?parent=5252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}