{"id":4794,"date":"2022-06-24T16:54:38","date_gmt":"2022-06-24T13:54:38","guid":{"rendered":"https:\/\/corjesu.ru\/?page_id=4794"},"modified":"2026-06-10T13:31:03","modified_gmt":"2026-06-10T10:31:03","slug":"jubilaeumsartikel-2022","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/anniversary\/jubilaeumsartikel-2022\/","title":{"rendered":"Jubil\u00e4umsartikel 2022"},"content":{"rendered":"<p><section class=\"kc-elm kc-css-690933 kc_row\"><div class=\"kc-row-container  kc-container\"><div class=\"kc-wrap-columns\"><div class=\"kc-elm kc-css-37611 kc_col-sm-12 kc_column kc_col-sm-12\"><div class=\"kc-col-container\"><div class=\"kc-elm kc-css-985965 kc-raw-code\"><script>\r\ndocument.getElementById('menu-item-3353').classList.add('current-menu-item');\r\n<\/script><\/div><div class=\"kc-elm kc-css-222107 kc-raw-code\"><script>\r\ndocument.getElementById('menu-item-3353').classList.add('current-menu-item');\r\n<\/script><\/div><div class=\"kc-elm kc-css-217468 kc-raw-code\"><style>\r\n.entry-header { display:none; }\r\n<\/style><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><section class=\"kc-elm kc-css-183807 kc_row\"><div class=\"kc-row-container  kc-container\"><div class=\"kc-wrap-columns\"><div class=\"kc-elm kc-css-948410 kc_col-sm-12 kc_column kc_col-sm-12\"><div class=\"kc-col-container\"><div class=\"kc-elm kc-css-650229 kc_text_block\"><\/p>\n<ul>\n<li><strong>2026: <a href=\"\/de\/anniversary\/jubilaumsartikel-2026\/#st2026\">Die Herz-Jesu-Thronerhebung als besonderes Mittel unserer Tage<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong>2024: <a href=\"\/de\/anniversary\/jubilaumsartikel-2024\/#st2024\">S\u00fchne dem heiligsten Herzen Jesu<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong>2022: <!--<a href=\"\/de\/anniversary\/jubilaeumsartikel-2022\/#st2022\">-->Das Herz Jesu und die \u00fcberlieferte heilige Messe<!--<\/a>--><\/strong><\/li>\n<li><strong>2021: <a href=\"\/de\/anniversary\/#st2021\">Tapferkeit und Mut des Heiligsten Herzen Jesu<\/a><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\n<\/div><div class=\"kc-elm kc-css-185077 kc_text_block\"><\/p>\n<h1 class=\"entry-title page-title\">Jubil\u00e4umsartikel 2022<\/h1>\n<p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><section class=\"kc-elm kc-css-945056 kc_row\"><div class=\"kc-row-container  kc-container\"><div class=\"kc-wrap-columns\"><div class=\"kc-elm kc-css-119252 kc_col-sm-12 kc_column kc_col-sm-12\"><div class=\"kc-col-container\"><div class=\"kc-elm kc-css-687445 kc-raw-code\"><a name=\"st2022\"><\/a><\/div><div class=\"kc-elm kc-css-61519 kc_text_block\"><\/p>\n<h2 align=\"center\">Das Herz Jesu und die \u00fcberlieferte heilige Messe<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die Herz-Jesu-Andacht als geistiges Messopfer<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Autor: <a href=\"\/de\/thomas-huber\/\">Bischof Thomas Huber<\/a><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"ru-RU\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-4311\" src=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/bishop_thomas_huber_2018-258x300.jpg\" alt=\"\" width=\"284\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/bishop_thomas_huber_2018-258x300.jpg 258w, https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/bishop_thomas_huber_2018-768x894.jpg 768w, https:\/\/corjesu.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/bishop_thomas_huber_2018.jpg 822w\" sizes=\"(max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">Liebe Gl\u00e4ubige,<\/p>\n<p align=\"justify\">zum Gebetsschatz eines jeden Katholiken geh\u00f6rt die Verehrung des Heiligsten Herzen Jesu mit der Herz-Jesu-Andacht. Wird diese Andacht in Verbindung mit der \u00fcberlieferten heiligen Messe gebetet und betrachtet, leuchtet eine untrennbare Einheit zwischen beiden Gebetsformen auf.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>1. Die \u00fcberlieferte heilige Messe<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Alte Messe, wie sie auch genannt wird, hat die Eigenschaft, dass sie den Glauben der katholischen Kirche in unverstellter und unverk\u00fcrzter Weise darstellt. Dem menschlichen Geist wird es in dieser Feier leicht gemacht, die Geheimnisse des Glaubens zu erfassen. Diese Geheimnisse sind: Wahrheit und Opfer. Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist Anfang und Ende. In der heiligen Messe erneuert Christus in unblutiger Weise sein Opfer auf Golgota, durch das die Menschheit ents\u00fchnt wurde. So hat es schon der hl. Paulus gesagt: \u201eJetzt noch, in dieser Welt, lebe ich in dem Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich f\u00fcr mich hingeopfert hat.\u201c (Gal 2,20). Besonders in der \u00fcberlieferten Messe werden diese beiden Geheimnisse klar erkennbar: Unter den Gestalten von Brot und Wein setzt sich Christus, der die Wahrheit ist, erneut zum Opfer vor Gott Vater aus.<\/p>\n<p align=\"justify\">Damit diese Geheimnisse bewahrt werden, hat die Kirche in jahrhunderterlanger Tradition die Feier derselben streng bewacht. Die Feier der Geheimnisse Jesu Christi ist uns als heilige Opfermesse nach dem Messbuch von Papst Pius V. \u00fcberliefert. Diese Messe enth\u00e4lt viele Elemente, die sich wie ein Schutzmantel um den Kern, die Geheimnisse unseres Glaubens legen: Die Gebete zur Opferung sichern der Kirche das Opfer zu, das sie im Namen des Herrn darbringen darf. Dann das Schweigen, die Kanonstille, die eintritt, wenn der Priester den Messkanon lautlos betet. Das Schweigen w\u00e4hrend der heiligen Opferhandlung bewahrt vor Hochmut gegen\u00fcber dem erscheinenden Gott. Weiterhin bewahrt die Opfertheologie des r\u00f6mischen Messkanon das Erl\u00f6sungswerk Christi am Kreuz. Weitere Elemente des Schutzmantels sind auch das Latein, das vor individueller Willk\u00fcr durch den Zelebranten sch\u00fctzt, die gemeinsame Gebetsrichtung von Zelebrant und Gl\u00e4ubigen zum Kreuz hin, die alleinige Zulassung von m\u00e4nnlichen Messdienern, zu ihrer sicheren Vorbereitung auf das heilige Priestertum und die kniende Mundkommunion. Die kniende Mundkommunion ist das wirksamste Zeichen und das eindeutige Bekenntnis, dass unter der Gestalt des Brotes Jesus Christus, der K\u00f6nig, mit Leib und Blut, Seele, Gottheit und Menschheit empfangen wird. &#8211; Wer nun ein oder mehrere dieser Elemente aus der \u00fcberlieferten Messe wegnimmt, schneidet gro\u00dfe L\u00f6cher in diesem Schutzmantel, und setzt so die Geheimnisse der Messe, Opfer und Wahrheit, gr\u00f6\u00dfter Gefahr aus. Darum ist es Pflicht, die \u00fcberlieferte Messe nicht zu verf\u00e4lschen oder andere neuere Formen einzuf\u00fchren. Es ist aber auch Pflicht eines jeden Gl\u00e4ubigen, bereitwillig die unendlichen Vorz\u00fcge dieses Ritus anzuerkennen. Der \u00fcberlieferte Ritus ist vollkommenes Bekenntnis der christlichen Religion. Er ist die Summe des katholischen Glaubens. Die heiligen P\u00e4pste haben das immer wieder best\u00e4tigt. Besonders deutlich auf dem Konzil von Trient 1562: \u201eDas Heilige mu\u00df heilig verwaltet werden. Da es nun nichts Heiligeres gibt als dieses Opfer, so hat die katholische Kirche, um w\u00fcrdig und ehrfurchtsvoll zu opfern und zu empfangen, seit vielen Jahrhunderten den heiligen [Mess-] Kanon eingef\u00fchrt. Er ist frei von jedem Irrtum und enth\u00e4lt nichts, was nicht ganz und gar Heiligkeit und Fr\u00f6mmigkeit atmet und die Herzen der Opfernden zu Gott emporrichtet.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Diese Vorz\u00fcge machen es jedem Gl\u00e4ubigen zur Pflicht, die \u00fcberlieferte Messe immer tiefer zu verstehen, um Gott den ganzen, wohlgef\u00e4lligen Kult darzubringen.<\/p>\n<p><strong>2. Die Pflicht zur Herz-Jesu-Andacht<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Warum gibt es aber nun eine Pflicht zur Herz Jesu-Andacht? Eben aus den gleichen, gerade genannten Gr\u00fcnden: unverstellte und unverk\u00fcrzte Darstellung der Geheimnisse Wahrheit und Opfer.<\/p>\n<p>Papst Pius XI. schreibt: \u201eLiegt nicht in dieser Andachtsform der Inbegriff der ganzen Religion und die Wegweisung zur Vollkommenheit? Denn leicht f\u00fchrt sie unseren Verstand zur tiefen Erkenntnis Christi, und nachdr\u00fccklich vermag sie die Herzen zu immer gl\u00fchenderer Liebe und immer engerer Nachfolge des Heilands anzuspornen.\u201c (Enzyklika Miserentissimus Redemptor 1928)<\/p>\n<p>Papst Pius XII. schreibt in seiner Herz-Jesu Enzyklika Haurietis aquas 1956, \u201eda\u00df au\u00dferdem dieser Kult seine Wurzel in den Grundlagen der christlichen Lehre hat, findet seinen klaren Beweis darin, da\u00df der Apostolische Stuhl jene liturgische Feier fr\u00fcher best\u00e4tigte [das erste liturgische Stundengebet fand am 20. Oktober 1672 statt] als die Schriften der hl. Margareta Maria (1647-1690). Man soll also nicht sagen, da\u00df dieser Kult seinen Ausgang von einer g\u00f6ttlichen Privatoffenbarung genommen habe, noch da\u00df er in der Kirche pl\u00f6tzlich dagewesen sei; er ist vielmehr wie von selbst erbl\u00fcht aus lebendigem Glauben.\u201c<\/p>\n<p>Und es ist \u201esicher allen klar, da\u00df es hier nicht um eine gew\u00f6hnliche Andachtsform geht, die jeder nach Gutd\u00fcnken den \u00fcbrigen nachsetzen oder geringachten darf, sondern um eine Hingabe an Gott, die m\u00e4chtig hilft zur Erlangung der christlichen Vollkommenheit. \u2026 Es besteht also kein Zweifel, da\u00df, wenn die Christgl\u00e4ubigen dem heiligsten Erl\u00f6serherzen huldigen, sie einer schweren Verpflichtung nachkommen, durch die sie Gott zu dienen gehalten sind, und zugleich dem Sch\u00f6pfer und Erl\u00f6ser sich und alles Ihrige weihen. \u2026 Wir spornen zur eifrigen \u00dcbung dieser Andacht alle Unsere geliebten S\u00f6hne in Christus an, die, welche bereits daran gew\u00f6hnt sind, die heilenden Wasser zu sch\u00f6pfen, die dem Heilandsherzen entstr\u00f6men wie besonders die, welche nach Art von Zuschauern neugierig und zweifelnd von weitem zusehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGibt es eine Andacht, die hochwertiger w\u00e4re als die Herz-Jesu-Verehrung, die genauer der Eigenart des katholischen Glaubens entspr\u00e4che, die angepasster den heutigen N\u00f6ten der Kirche und der Menschheit entgegenk\u00e4me?\u201c<\/p>\n<p><strong>3. Die Vorz\u00fcge der Herz-Jesu-Andacht<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Vorzug der Herz Jesu Andacht besteht nun darin, dass das Dogma von der Anbetungsw\u00fcrdigkeit des Leibes Christi auf einzigartige Weise enthalten ist. Das Konzil von Ephesus stellte 431 fest, dass das fleischgewordene Wort, der Sohn Gottes, wegen seiner Person-Einheit mit einer einzigen Anbetung zu verehren ist. Der nat\u00fcrliche Leib Christi wird also nicht getrennt verehrt, sondern als Einheit mit dem g\u00f6ttlichen Wort, dem Logos angebetet.<\/p>\n<p>Mit der Anbetungsw\u00fcrdigkeit des Leibes Christi ist ein weiterer Vorzug verbunden. Das Dogma der hypostatischen Union ist klar herausgestellt: Angebetet wird die eine Person des Sohnes Gottes, der seine beiden Naturen (Hypostasen), die menschliche und die g\u00f6ttliche, \u201eunvermischt und ungetrennt\u201c umf\u00e4ngt und tr\u00e4gt. \u201eDass beide Naturen sich zu einer Person vereinigten, das kann, wenn der Glaube nicht daran festh\u00e4lt, keine Rede erkl\u00e4ren\u201c, so schreibt Papst Leo der Gro\u00dfe.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Herz Jesu, vereint mit der Person des Sohnes Gottes, erbarme Dich unser! <\/em><\/p>\n<p align=\"justify\">Hinzu kommt: Nicht nur die beiden Naturen, die menschliche und g\u00f6ttliche Natur sind im Sohn Gottes geeint, sondern auch sein menschlicher und g\u00f6ttlicher Wille. Beide, der menschliche und der g\u00f6ttliche Wille wurden von der Kirche als gegeben verteidigt. (3. Konzil von Konstantinopel 681) Ein Mensch ohne einen eigenen Willen ist kein Mensch und Gott h\u00e4tte den Willen des Menschen nicht heilen k\u00f6nnen, wenn der Mensch keinen gehabt h\u00e4tte. Maximus der Bekenner (+662) hat herausgestellt, dass diese zwei Willen nicht zur Schizophrenie einer doppelten Pers\u00f6nlichkeit f\u00fchren. Der nat\u00fcrliche Wille wird vielmehr in den Willen der Person mit aufgenommen. Denn \u201evon der Sch\u00f6pfung her ist der menschliche Wille auf den g\u00f6ttliche Willen hingeordnet. Der Naturwillen des Menschen findet im Einstimmen in den g\u00f6ttlichen Willen seine Vollendung. Der menschliche Wille ist sch\u00f6pfungsgem\u00e4\u00df auf das Zusammenwirken mit Gottes Willen hin angelegt.\u201c Alles was Jesus tut, zeigt, dass er seinen nat\u00fcrlichen Willen ganz auf den g\u00f6ttlichen Willen ausrichtet und so den Menschen wirklich vollendet.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hier schlie\u00dft sich ein weiterer Vorzug an. Dort, wo der Sohn ist, da ist auch der Vater und der Heilige Geist. Papst Pius XII. schreibt in seiner Herz-Jesu Enzyklika: \u201edass die Herz-Jesu Verehrung in ihrem Wesen nichts anderes ist als die Verehrung der g\u00f6ttlichen und menschlichen Liebe des fleischgewordenen Wortes, und wieder nichts anderes als die Verehrung jener Liebe, mit der auch der himmlische Vater und der Heilige Geist die s\u00fcndigen Menschen umhegen; denn wie der hl. Thomas von Aquin sagt, ist die Liebe der Heiligsten Dreifaltigkeit der Ursprung der menschlichen Erl\u00f6sung, sofern sie sich in \u00fcberreicher F\u00fclle in den menschlichen Willen Jesu Christi und sein anbetungsw\u00fcrdiges Herz ergoss und ihn kraft der gleichen Liebe zur Hingabe seines Blutes veranlasste, um uns von der Gefangenschaft der S\u00fcnde freizukaufen: \u201eIch muss mit einer Taufe getauft werden, und wie dr\u00e4ngt es mich, bis sie vollbracht ist.\u201c Wer das Herz Jesu verehrt, bekennt sich zu einer dreifachen Liebe: der menschlichen und g\u00f6ttlichen Liebe Christi und der unendlichen Liebe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! <\/em><br \/><em>Gott Sohn, Erl\u00f6ser der Welt, erbarme Dich unser! <\/em><br \/><em>Gott Heiliger Geist, erbarme Dich unser! <\/em><br \/><em>Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! <\/em><br \/><em>Heiligstes Herz Jesu, erbarme Dich unser!<\/em><\/p>\n<p align=\"justify\">Auch die Glaubenswahrheit der Auferstehung und die Fortdauer des F\u00fcrsprechertums Christi in der Ewigkeit, sind vollkommen in die Herz-Jesu-Andacht eingebunden. \u201eNachdem unser Heiland mit dem im Glanz der ewigen Glorie erstrahlenden Leib zum Himmel aufgefahren ist und zur Rechten des Vaters sitzt, hat er nicht aufgeh\u00f6rt, in gl\u00fchender Liebe, in der auch sein Herz schl\u00e4gt, mit der Kirche, seiner Braut, zu sein. Er tr\u00e4gt ja an den H\u00e4nden, den F\u00fc\u00dfen und der Seite die leuchtenden Wundmale, die seinen dreifachen Sieg \u00fcber Satan, S\u00fcnde und Tod darstellen; und ebenso besitzt er in seinem Herzen, wie in einem kostbaren Schrein geborgen, jene unerme\u00dflichen Sch\u00e4tze von Verdiensten, die Fr\u00fcchte des gleichen dreifachen Triumphes, die er dem erl\u00f6sten Menschengeschlecht freigebig mitteilt \u2013 eine trostvolle Wahrheit.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Durch die Freuden Deines verkl\u00e4rten Herzens, erl\u00f6se uns, o Herr! <\/em><br \/><em>Dass Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, wir bitten Dich, erh\u00f6re uns! <\/em><br \/><em>Dass Du uns in Deine ewige Herrlichkeit f\u00fchren wollest, wir bitten Dich, erh\u00f6re uns!<\/em><\/p>\n<p align=\"justify\">Zusammenfassend kann nun gesagt werden: Der Blick auf den anbetungsw\u00fcrdigen Leib Christi, hat den Blick auf den Sohn Gottes selbst gelenkt, der als wahrer Gott und wahrer Mensch angebetet wird. Hinter all dem steht aber die unendliche Liebe des Dreifaltigen Gottes. Im Innenraum der Dreifaltigkeit ist der auferstandene Christus unser st\u00e4ndiger F\u00fcrsprecher. Die Herz-Jesu-Andacht f\u00fchrt also die grundlegenden Glaubenswahrheiten der katholischen Religion an. Es fehlt nichts. Aufgrund der genannten Vorz\u00fcge ist diese Andacht so wertvoll und unverzichtbar.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>4. Das Herz Jesu<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Warum das Herz? Die ganze menschliche Natur Christi und alle ihre Teile sind Gegenstand der anbetenden Verehrung. Alle Teile der menschlichen Natur Christi sind in gleicherweise verehrungsw\u00fcrdig. Dennoch haben sich eine besondere Verehrung f\u00fcr die heiligen f\u00fcnf Wunden, das kostbare Blut, das heilige Antlitz Jesu, das Haupt des leidenden Erl\u00f6sers und sein heiligstes Herz gebildet. Der Grund, warum diese Teile der menschlichen Natur Christi in besonderer Weise verehrt werden, liegt darin, dass sich in ihnen die Erl\u00f6serliebe Christi besonders deutlich geoffenbart hat. Bei der Verehrung des Herzens Jesu ist zu bedenken, dass es sich wirklich um das leibliche Herz des Gottmenschen handelt, das angebetet wird. Zugleich ist das Herz das vollkommenste Symbol der Erl\u00f6serliebe Christi zu den Menschen. (vgl. Ludwig Ott, Dogmatik)<\/p>\n<p align=\"justify\">Die eindringlichen Worte von Pr\u00e4lat Dr. Robert M\u00e4der (1875-1945) f\u00fchren direkt zum Herzen Jesu: \u201eDas Gesetz der Gottheit ist die Liebe. Deus caritas est. Gott ist die Liebe. Innerg\u00f6ttlich die Liebe des Vaters zum Sohn und die Liebe des Sohnes zum Vater im Heiligen Geist. Nach au\u00dfen die Liebe der Erschaffung und Erhaltung, die Liebe der Erl\u00f6sung und die Liebe der Heiligung. Der Vater ist Liebe. Der Sohn ist Liebe. Der Heilige Geist ist Liebe. Das bedeutet: Jesus caritas est. Jesus, der Gottessohn und Menschensohn, ist die Liebe. Aus Liebe schuf er die Erde. Aus Liebe schuf er den Menschen. Aus Liebe wurde er einer von uns. Einem jedem von uns lief er nach. Und gab sein Leben f\u00fcr uns hin. Er wurde unsere eucharistische Speise. Dieses Weltgeschehen ist christozentrisch und darum f\u00fchlt man bei allem immer wieder den Pulsschlag des g\u00f6ttlichen Herzen Jesu. Jesus caritas est. Christus der K\u00f6nig hat ein Herz. Wer das Herz Jesu nennt, der meint damit Jesus in seinem tiefsten, allerinnersten Wesen. Er h\u00f6rt gleichsam den geheimnisvollen Pulsschlag seines gottmenschlichen Lebens.\u201c In Bezug auf die Kirche schreibt der schweizer Pr\u00e4lat: \u201eDas Herz der katholischen Weltkirche ist das Herz Jesu. Das Herz Jesu, das ist Jesus. Das Herz, das ist alles. Sein Schlag erh\u00e4lt die Kirche am Leben. Sein Blut ist ihre Nahrung. In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. Wenn dieses Herz aufh\u00f6ren w\u00fcrde zu schlagen, w\u00e4re es um die Kirche geschehen. Das Herz ist alles. Auf das Herz kommt alles an.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Dieses Herz Jesu strebt nun in unergr\u00fcndlicher Liebe zum Letzten Abendmahl, zum Garten Gethsemane und ans Kreuz unserer Erl\u00f6sung. \u201eDer Einziggeborene Sohn Gottes hat die leidensf\u00e4hige und sterbliche Menschennatur haupts\u00e4chlich aus dem Grunde angenommen, weil er das blutige Opfer, am Kreuze h\u00e4ngend, darzubringen w\u00fcnschte, um das Werk des Heiles der Menschheit zu vollenden. Darum offenbart die Liebe Jesu Christi, des Sohnes Gottes, durch das Opfer auf Golgotha klar und lichtvoll die Liebe Gottes selbst: \u201eWir haben die Liebe Gottes erkannt: Er hat sein Leben f\u00fcr uns dahingegeben; so sollen auch wir das Leben f\u00fcr die Br\u00fcder hingeben.\u201c Und wirklich ist unser g\u00f6ttlicher Heiland mehr durch die Liebe als die Gewalt der Henker ans Kreuz geheftet worden; sein freiwilliges Ganzopfer ist das hochwertigste Geschenk, das er jedem einzelnen Menschen gab.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>5. Die \u00fcberlieferte Messe und die Herz-Jesu-Andacht<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu vertr\u00e4gt also keine Sentimentalit\u00e4ten und keine emotionalen Verirrungen. Das Herz hat nichts Weichliches oder Schwaches. Es hasst die S\u00fcnde und die Unbarmherzigkeit. Das Herz Jesu k\u00e4mpft, es setzt sich zur Wehr und ist stark. Sein Herz verstr\u00f6mt weiches Blut und hei\u00dfes Feuer, Liebe und Strenge zugleich. Das Herz Jesu verlangt von sich und von uns Opfer. (vgl. R. M\u00e4der) Das Herz Jesu dr\u00e4ngt ans Kreuz, um das Erl\u00f6sungswerk zu vollziehen. In seiner Liebe, die jede Erkenntnis \u00fcbersteigt, hat er sein Blut f\u00fcr uns vergossen. Er hat uns von aller S\u00fcndenschuld gereinigt. Sein durchbohrtes Herz ist zur Quelle des Lebens geworden, aus der wir das Heil sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eSo kommen wir leicht zu dem Schlu\u00df, da\u00df die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu dem Wesen der Sache nach der Kult der Liebe ist, mit der Gott uns durch Jesus geliebt hat, und zugleich die \u00dcbung unserer Liebe zu Gott und den \u00fcbrigen Menschen. Mit anderen Worten, diese Verehrung geht auf die Liebe Gottes zu uns, auf Ihn, der angebetet, dem Dank gesagt und in dessen Nachahmung gelebt werden soll.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Die richtig und gut verstandene Herz-Jesu-Andacht ist damit der Kult der Liebe Gottes zu uns. In dieser Andacht setzt Gott in Liebe sein Erl\u00f6sungswerk fort. Wer das Herz Jesu verehrt, kommt sicher zum Erl\u00f6sungswerk Christi am Kreuz. Nichts anderes ist aber die heilige Messe. Das heilige Messopfer ist die Liebe zu uns. So verbinden sich Messopfer und Andacht in analoger Weise. Die Andacht ist ein geistiges, gebetetes Messopfer. Sie ist das immerw\u00e4hrende geistige Opfer Christi f\u00fcr uns und das Opfer der Kirche an den dreifaltigen Gott. Die Andacht ist eine heilige Messe, die der \u00fcberlieferten Messe entspricht. Die traditionelle Andacht entspricht der traditionellen Messe \u2013 beide Wege f\u00fchren zum Kreuz.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Durch die Schmerzen Deines leidenden Herzens, erl\u00f6se uns, o Herr! <\/em><br \/><em>Durch die Todesangst Deines sterbenden Herzens, erl\u00f6se uns, o Herr! <\/em><br \/><em>Durch die Wunde Deines ge\u00f6ffneten Herzens, erl\u00f6se uns, o Herr! <\/em><br \/><em>Durch das Blut und Wasser aus Deinem durchbohrten Herzen, erl\u00f6se uns, o Herr!<br \/><\/em><em>Durch die Freuden Deines verkl\u00e4rten Herzens, erl\u00f6se uns, o Herr!<\/em><\/p>\n<p align=\"justify\">Mit diesen Worten wird gleichsam das Opfer Jesu Christi erneuert. Er ist gegenw\u00e4rtig in seinem Opfer. Wir sind gewohnt von der ersten Messe auf Golgotha zu sprechen. Wir sind gewohnt von dem Schlachtopfer unserer Alt\u00e4re zu sprechen, das in unseren Kirchen dargebracht wird. Aber es gibt eben noch eine dritte heilige Messe: die traditionelle Herz-Jesu-Andacht. Sie enth\u00e4lt die Wahrheit Jesu Christi und sein Opfer, seine Auferstehung, seine geistige Gegenwart im fleischlichen Herzen Jesu und die geistige Kommunion der Gl\u00e4ubigen. Sie ist der Kult der Liebe.<\/p>\n<p align=\"justify\">In der traditionellen Herz-Jesu-Andacht sind Lob-, Dank-, Bitt- und S\u00fchnopfer der heiligen Messe vollst\u00e4ndig enthalten. In der Oratio am Fest des Heiligsten Herzen Jesu hei\u00dft es daher, dass unsere Huldigung und unser Lob zugleich ein Werk w\u00fcrdiger S\u00fchne sein sollen. In der Secreta verbindet die Kirche ihre eigene Opfergabe mit dem heiligsten Herzen Jesu. So soll sie vor dem allm\u00e4chtigen Vater eine wohlgef\u00e4llige Gabe und S\u00fchne f\u00fcr unsere S\u00fcnden sein.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>6. Schluss<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Ist es verwunderlich, dass seit der Einf\u00fchrung des Novus Ordo, der Neuen Messe ab 1969 die Herz-Jesu-Andacht immer weiter vernachl\u00e4ssigt wurde? Der Novus Ordo hat die Opfertheologie der \u00fcberlieferten Messe mindestens aufgeweicht und den Akzent hin zu einer Mahlfeier mit dem barmherzigen Jesus verschoben. So musste es kommen, dass der Karfreitag aus dem Blick geriet. Doch gerade dieser Tag war das Ziel des Herzens Jesu: die Erl\u00f6sung der Menschen am Kreuz durch sein kostbares Blut. Noch einmal Papst Pius XII.: \u201eDie g\u00fcltigen Dokumente des katholischen Glaubens, in vollem Einklang mit den Heiligen Schriften, versichern uns, da\u00df der Einziggeborene Sohn Gottes die leidensf\u00e4hige und sterbliche Menschennatur haupts\u00e4chlich aus dem Grunde angenommen hat, weil er das blutige Opfer, am Kreuze h\u00e4ngend, darzubringen w\u00fcnschte, um das Werk des Heiles der Menschheit zu vollenden.\u201c Es war der feste Wunsch des Herzens Jesu sich als Lamm Gottes darzubringen, das die S\u00fcnde der Welt hinwegnimmt. \u201eUnd endlich f\u00fchlte der g\u00f6ttliche Erl\u00f6ser am Kreuz sein Herz in mannigfachen und tiefgehenden Regungen ergl\u00fchen, Regungen brennender Liebe, der Angst und Not, der Erbarmung, hei\u00dfen Verlangens und verkl\u00e4rter Ruhe \u2013 Gef\u00fchle, die ihren klaren Ausdruck in den Worten finden: \u201eVater, verzeihe ihnen; sie wissen nicht, was sie tun\u201c.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Durch die Glut Deines liebenden Herzens, erl\u00f6se uns, o Herr!<\/em><\/p>\n<p align=\"justify\">Denken wir wieder an die mahnenden Worte Papst Pius XII., dass es \u201esicher allen klar ist, da\u00df es hier nicht um eine gew\u00f6hnliche Andachtsform geht, die jeder nach Gutd\u00fcnken den \u00fcbrigen nachsetzen oder geringachten darf, sondern um eine Hingabe an Gott.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Herz-Jesu-Andacht ist der sichere Weg zum \u00fcberlieferten Messopfer. Die Andacht f\u00fchrt uns zum Herzen Jesu, das auf Golgota seine unaussprechliche Liebe offenbarte. Die Andacht ist ein geistiges Messopfer. Wer die Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu bei sich tr\u00e4gt, der tr\u00e4gt die heilige Messe bei sich. Damit kann die Andacht auch in den H\u00e4usern des gl\u00e4ubigen Volkes dargebracht werden \u2013 zur Gesundung und zum Aufbau der Gesellschaft. Das bedeutet nat\u00fcrlich nicht, dass dadurch der vorgeschriebene Messbesuch aufgegeben werden kann.<\/p>\n<p align=\"justify\">Pr\u00e4lat M\u00e4der: \u201eWir brauchen, sollen wir vorw\u00e4rts kommen, mehr Herz. Mehr Liebe. Mehr Feuer. Hirn haben wir bald genug. Aber das Herz wird uns retten. Wer wird siegen in den kommenden Schlachten? Diejenigen, die am meisten Herz und darum am meisten Feuer haben. Diejenigen, die Liebe und Strenge, Blut und Feuer haben.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Alle, Kleriker wie Laien, sollten hart daran arbeiten, den Wunsch der P\u00e4pste nach einer reflektierten Herz-Jesu-Andacht zu verwirklichen. Mit dieser Arbeit stehen die Gutwilligen in liebender Antwort und S\u00fchne zum Heiligsten Herzen Jesu. Mit der Verbreitung der Herz-Jesu-Andacht sollen alle das Gebot des Herrn verwirklichen: \u201eLiebt einander, so wie ich euch geliebt habe.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">So darf ich Ihnen zu allen Ihren K\u00e4mpfen, Pr\u00fcfungen und Leiden meinen apostolischen Segen erteilen.<\/p>\n<p align=\"justify\">+Thomas Huber, Bischof<\/p>\n<p align=\"justify\">Zum Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu 2022, Friedberg (Bayern)<\/p>\n<p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":4787,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4794\/"}],"collection":[{"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/"}],"about":[{"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page\/"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1\/"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments\/?post=4794"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4794\/revisions\/"}],"predecessor-version":[{"id":6011,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4794\/revisions\/6011\/"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4787\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/corjesu.ru\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/?parent=4794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}